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LKA informiert: Mutmaßliche Soforthilfe-Betrüger suchen Opfer jetzt per Telefon

LKA informiert : Mutmaßliche Soforthilfe-Betrüger suchen Opfer jetzt per Telefon

Neue Betrugsmasche mit dem NRW-Soforthilfe-Programm in der Corona-Krise: Laut Landeskriminalamt NRW gab es in den vergangenen Tagen mehrere Fälle, in denen Unbekannte sich am Telefon als Mitarbeiter einer „Förderbank NRW“ ausgaben – offenbar um an die Daten von Selbständigen heranzukommen.

Wie ein Sprecher des LKA erläuterte, sollte man bei Anrufen durch angebliche Bankmitarbeiter skeptisch sein – insbesondere wenn vertrauliche Daten abgefragt werden. Das LKA rate dazu, keine vertraulichen Informationen am Telefon preiszugeben und im Zweifelsfall die angebliche Bank selbst telefonisch zu kontaktieren.

Für die Ermittler ist es bereits die dritte bekannt gewordene Trickbetrugsmasche: Im April waren die Auszahlungen der Soforthilfe zunächst gestoppt worden, nachdem über Fake-Seiten die Daten von Selbständigen und Unternehmern abgefischt wurden. Anfang Mai warnte die Landesregierung dann vor E-Mails, in denen unter anderem behauptet wurde, man müsse Teile der Soforthilfe zurück zahlen. Die Betrüger wollten diese Gelder nach Ansicht des Wirtschaftsministeriums auf eigene Konten lenken.

Wieviele Menschen bislang von mutmaßlichen Betrügern angerufen wurden und ob diese dabei erfolgreich waren, ist noch unklar.

Inzwischen wurde bekannt, dass das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium erst vier Tage nach dem Hinweis auf eine gefälschte Corona-Soforthilfe-Seite im Internet das Landeskriminalamt (LKA) informiert hat. Das geht aus einem Bericht des Ministeriums an den Landtag hervor. Demnach habe man vorher keine „Hinweise auf konkrete Betrugsversuche“ gehabt.

Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) bestätigte in seinem Bericht, dass sein Haus am 3. April „einen ersten Hinweis auf eine der Corona-Soforthilfe NRW täuschend ähnliche Fake-Seite“ bekommen habe. Daraufhin seien die Warnungen im Internet „intensiviert und konkretisiert“ worden. Zudem habe man sich auf die Suche nach weiteren Fake-Seiten gemacht.

Als am 6. April eine gefälschte Seite über Werbeschaltungen bei Google plötzlich als erster Suchtreffer aufgetaucht sei, habe das Ministerium versucht, die Fake-Seite abschalten zu lassen. Erst als das nicht klappte, informierte das Ministerium am 7. April das LKA und erstattete Anzeige – allerdings bei der Polizei Düsseldorf. Am Abend des 7. April habe man auch die Leitung des Innenministeriums informiert, woraufhin die Cybercrime-Experten des LKA die Ermittlungen übernahmen. Diese hätten einen Tag später nach ersten Recherchen klar gemacht, „dass Betrugsaktivitäten von erheblichem Umfang zumindest nicht auszuschließen waren.“

Am gleichen Abend beschloss das Ministerium in Absprache mit dem LKA den vorläufigen Stopp der Auszahlungen. Über gefälschte Internet-Seiten sollen Betrüger versucht haben, an die Daten von Unternehmern heran zu kommen, die Soforthilfe in der Coronavirus-Krise beantragen wollten. Laut dem Bericht des Ministers haben die geprellten Unternehmer teilweise sogar gefälschte Bewilligungsbescheide zurück bekommen – aber natürlich keinen Cent Corona-Hilfe.

(dpa)