Region: Monschau-Marathon: Viele, viele Helferinnen und Helfer

Region: Monschau-Marathon: Viele, viele Helferinnen und Helfer

In diesem Jahr hat das Organisationsteam des Monschau-Marathons 550 knallrote T-Shirts in Auftrag gegeben. Es sind nicht etwa die Leibchen für die Starter des einzigen Sommer-Marathonlaufs in der Region.

Nein, es handelt sich um die kleine Belohnung für den großen Helferstab der sportlichen Veranstaltung an diesem Augustwochenende. Hunderte der begehrten Helfershirts mit dem Aufdruck eines Sponsors hat der ausrichtende TV Konzen im vergangenen Jahr an jene Leute hinter den Kulissen verteilt, „die den Monschau-Marathon tragen, die ihn überhaupt erst möglich machen“, wie Roland Schreiber feststellt.

Vor der Karte: Roland Schreiber, Oliver Krings, Martin Krings und Helmut Hoff vom achtköpfigen „Orgateam“ des Monschau-Marathons (großes Bild). Oliver Krings, Vorsitzender des TV Kon- zen, hält beim Marathon höchstpersönlich das Startbanner in Händen. Bei der Nudelparty am Samstag werden zentnerweise Pasta mit Sauce und Salat zubereitet und ausgegeben, damit die Sportler ihre Kohlenhydratspeicher auffüllen können. Foto: Heiner Schepp

Schreiber ist Teil des achtköpfigen Organisationsteams, bei dem die Fäden für die Großveranstaltung zusammenlaufen. Monschau-Marathon — das sind nicht nur das Wochenende im August und ein paar Tage Vor- und Nachbereitungszeit. „Marathon ist das ganze Jahr“, sagt Roland Schreiber und berichtet vom ersten Treffen des Orgateams mit Nachbereitung und Manöverkritik schon im September. „Und dann gilt es, auch schon die Werbung anzukurbeln und sich um das Programm zu kümmern“, so der 49-jährige Bankkaufmann. Und schon dann gilt es, Sponsoren zu gewinnen und die Läuferfamilie in der ganzen Welt über den Termin und die Anmeldeformalitäten zu informieren

Vor der Karte: Roland Schreiber, Oliver Krings, Martin Krings und Helmut Hoff vom achtköpfigen „Orgateam“ des Monschau-Marathons (großes Bild). Oliver Krings, Vorsitzender des TV Kon- zen, hält beim Marathon höchstpersönlich das Startbanner in Händen. Bei der Nudelparty am Samstag werden zentnerweise Pasta mit Sauce und Salat zubereitet und ausgegeben, damit die Sportler ihre Kohlenhydratspeicher auffüllen können. Foto: Heiner Schepp

Die Helferschar steht dann ab einem knappen Monat vor der Veranstaltung Gewehr bei Fuß. „Die meisten planen ihren Sommerurlaub schon danach, damit sie helfen können, selbst wenn sie dann am eigentlichen Veranstaltungssonntag nicht dabei sein können“, ist Oliver Krings, ebenfalls Organisator und auch Vorsitzender des 1200 Mitglieder großen Vereins fasziniert von der Liebe der Mitglieder zu „ihrem Marathon“.

Becherkinder: Mehr als zwei Dutzend Verpflegungsstände, betrieben von Abteilungen des TV Konzen und privaten Familien in den Orten, versorgen die Sportler auf der Marathonrunde.

Mit dem Aufhängen der großen Banner an den Ortseingängen des Eifeldorfs an der B 258 beginnt dann drei Wochen vor dem „MoMa“ die heiße Phase der Vorbereitung, erzählt Martin Krings, laut Roland Schreiber „der Mann für die Technik“, das „Mädchen für alles“ und das wichtigste Rädchen im großen Uhrwerk der Marathonorganisation. Krings ist es auch, der eine Woche vor Veranstaltungsbeginn eine tüchtige Truppe junger Burschen und auch Mädels um sich schart, die dann nach seiner Anweisung die tausend kleinen Dinge erledigen, die zu tun sind: Da wird beim Zeltaufbau assistiert, wird die Turnhalle ausgelegt, werden Tische und Bänke herangeschafft oder wird die Gymnastikhalle zur Anmeldung umfunktioniert.

Simone von Stosch, Franz-Josef Antwerpes

Zwölf Verpflegungsstationen betreibt der ausrichtende TV Konzen auf der 42-Kilometer-Runde und versorgt diese mit Getränken, Snacks, Mobiliar sowie Sammelbehältern für leere Becher und Müll, die es erst einmal sauberzumachen gilt. Schließlich werden Absperrungen aufgestellt, wird die Strecke abgefahren, werden noch in der Nacht vor dem Marathonlauf Kilometerschilder aufgestellt und wird Flatterband gespannt, damit sich niemand verläuft.

Während die Gruppe um Martin Krings (die Burschen nennen die Helferwoche in den großen Ferien liebevoll „Ferienspiele mit Martin“) im Vorfeld schuftet, sind andere Helfer erst an den Marathontagen selbst gefragt. Schließlich will der Ansturm von 1500 Sportlern und etwa ebenso vielen Begleitern und Zuschauern bewältigt sein. Da müssen Theke, Essstand und Cafeteria besetzt werden und wird bei der Nudelparty am Samstag zentnerweise Pasta mit Sauce und Salat zubereitet und ausgegeben, damit die Ausdauerläufer und auch die Mountainbiker ihre Kohlenhydratspeicher auffüllen können.

Für den Lauf selbst sind dann am Sonntag Hunderte von Helfern als Streckenposten, in der Anmeldung oder im Zielbereich aktiv, wo jede Marathonläuferin mit einer Rose und alle Sportler mit Applaus, Getränken und einem handlich zubereiteten Obstsnack empfangen werden.

„Zu schaffen ist das alles nur, weil wir uns als Großverein auf unsere Mitglieder verlassen können“, sagt der Vorsitzende nicht ohne Stolz. Da hat jede, aber wirklich jede Abteilung ihre Aufgabe und meistert sie Jahr für Jahr mit Routine und Engagement. So ist für TV-Abteilungen wie Ju-Jutsu oder Volleyball der Verpflegungsstand auf der Strecke eine angenehme Pflicht, packen die schwarz-gelben Fußballmädchen drei Tage vorher für jeden der 1500 Teilnehmer eine Tüte mit letzten Informationen zum Lauf und zum touristischen Monschau und übertreffen sich die Fußball-Senioren Jahr für Jahr sonntags um 16 Uhr mit dem Hochgeschwindigkeitsaufräumen nach der Riesenveranstaltung.

Und nicht nur der Verein hilft, nein, das ganze Dorf. Die Landfrauen schmeißen die Cafeteria, der Musikverein sorgt für zünftige Dorfplatzatmosphäre und die Feuerwehr für vernünftiges Parken rund um die Konzener Mitte, während sich andere um Erste Hilfe oder Massage kümmern. Und auch in den anderen Monschauer Stadtteilen auf der Strecke sorgen Ehrenamtler dafür, dass die Sportler unterwegs verpflegt und auf einer Welle der Begeisterung ins Ziel nach Konzen getragen werden.

„Und das alles ohne einen Cent Entlohnung“, sagt Roland Schreiber, der darin gleichzeitig das Erfolgsrezept sieht: „Uns und auch den Helfern geht es einfach um den Erhalt unseres Monschau-Marathons — ohne Gewinnstreben oder einen professionellen Vermarkter.“

Wenn dann alles klappt, die Sportler und Zuschauer sich irgendwann sonntagabends mit einem Kompliment für die tolle Organisation nach Hause verabschieden, dann dürfen Schreiber, Krings und ihre Helferschar zu Recht einmal auf sich selbst anstoßen und ein paar Wochen verschnaufen. Bis September. Denn: Nach dem Marathon ist vor dem Marathon.

Infos im Internet:

www.monschau-marathon.de