Mögliche Brandstiftung auf Kranfirma in Düsseldorf

Geräte im Tagebau benutzt : Nach Firmenbrand prüft Polizei Verbindungen zum Hambacher Forst

Nach einem Brandanschlag auf eine Düsseldorfer Kranfirma prüft die Polizei eine mögliche Verbindung zum Streit um den Hambacher Forst.

Das Unternehmen hatte Maschinen für die umstrittenen Räumarbeiten in dem uralten Wald westlich von Köln bereitgestellt, bei denen die Polizei Baumhäuser von Rodungsgegnern beseitigt hatte. Der Energiekonzern RWE will dort Bäume fällen, um Braunkohle abzubauen. Zunächst berichtete die „Bild“ darüber.

Wie die Düsseldorfer Feuerwehr berichtet, stellten Mitarbeiter der Kranfirma im Stadtteil Holthausen den Brand an einem der Fahrzeuge fest. Sie alarmierten sofort die Feuerwehr und starteten erste Löschversuche. Dadurch wurden die Flammen zwar nicht gelöscht, aber klein gehalten.

Als die Einsatzkräfte der Feuerwehr vor Ort eintrafen, brachten sie den Brand schnell unter Kontrolle. Eine Ausbreitung auf benachbarte Autokräne konnte verhindert werden, so die Feuerwehr. An dem Kran hatten die Reifen gebrannt, das Feuer beschädigte aber auch andere Teile des Fahrzeugs. Der Schaden wird auf rund 10.000 Euro geschätzt.

Am Tatort fand die Polizei nach eigenen Angaben selbstgebaute Brandvorrichtungen. Sie geht von Brandstiftung aus. Laut Polizei wird die Echtheit eines im Internet veröffentlichten Bekennerschreibens geprüft, in dem Unbekannte die Tat für sich reklamieren und einen Zusammenhang mit den geplanten Rodungen im Hambacher Forst herstellen.

„Richtig ist, dass wir ein langjähriger Partner von RWE sind und zu dieser Partnerschaft stehen. Unsere Unterstützungsleistung bei den Räumungsarbeiten hatten wir schon vor einigen Tagen vereinbarungsgemäß beendet“, schreibt das Unternehmen auf seiner Internet-Seite. Das Unternehmen appellierte an alle Beteiligten, auf Gewalt zu verzichten und sich von Straftätern eindeutig zu distanzieren.

Laut Informationen der Rheinischen Post soll das betroffene Unternehmen im Internet auf mehreren Seiten von Aktivisten im Hambacher Forst genannt werden. Kräne und Hebebühnen sollen während der Räumung im Wald zum Einsatz gekommen sein. Die Firma ist außerdem im Braunkohle-Tagebau im Einsatz.

Seit Beginn der Räumung sind bereits zwei andere Unternehmen, die bei den Arbeiten im Hambacher Forst beteiligt sind, Opfer von massiven Drohungen sowie Brandstiftungen geworden.

Nach der Räumung des letzten Baumhauses im Hambacher Forst hat die Polizei nach eigenen Angaben die Einsatzkräfte in dem Waldstück stark zurückgefahren. Die verbliebenen Polizisten würden zum Schutz des RWE-Personals eingesetzt. Der Forst wird laut RWE mit einem Graben sowie Seil und Flatterband umfriedet.

Für eine am Samstag geplante große Protestkundgebung von Umweltverbänden gegen die Rodungen wollen derweil weder der Waldeigentümer RWE noch lokale Bauern Flächen zur Verfügung stellen, wie ein Sprecher der Umweltorganisation BUND sagte. Die Verbände haben nun als Ort eine alte Autobahntrasse am Hambacher Forst vorgeschlagen, die öffentliches Gelände sei. Zu dem Protest wurden über 20.000 Teilnehmer erwartet.

RWE teilte nicht mit, wann das Unternehmen mit den Rodungen beginnen will. Der Konzern hatte wegen einer noch ausstehenden Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Münster eine Stillhaltezusage bis zum 14. Oktober abgegeben.

(red/dpa)
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