Weihnachtskistenaktion der Tafeln in der Region: Mit Leckereien andere glücklich machen

Weihnachtskistenaktion der Tafeln in der Region : Mit Leckereien andere glücklich machen

Prall gefüllt mit leckeren Sachen für die Weihnachtstage sind die Kisten, die Tausende Leser der Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten und die Zuschauer des Westdeutschen Rundfunks kurz vor den Feiertagen packen. Die Tafeln in der Region verteilen die Pakete dann an Bedürftige.

Am Montag, 25. November, beginnt wieder die gemeinsame Weihnachtskistenaktion der Tafeln in der Region, unserer Zeitung und des Westdeutschen Rundfunks. Tausende Leser und Fernsehzuschauer spenden in den kommenden Wochen Lebensmittel, die dann einen, zwei oder noch mehr Menschen glücklich machen.

Es sind Menschen, ob nun Alleinstehende oder ganze Familien, die regelmäßig bei den Tafeln in der Region mit Lebensmitteln versorgt werden. Menschen, die sich ohne die Hilfe unserer Leserinnen und Leser ein festliches Weihnachtsessen überhaupt nicht leisten könnten, weil das Geld für die Zutaten fehlt.

Nicht nur während der Weihnachtszeit haben die vielen Ehrenamtler bei den Tafeln in der Region eine Menge zu tun. Allein in Aachen, so hat die Vorsitzende des Aachener Vereins, Jutta Schlockermann, kürzlich berichtet, gibt es mehr als 5000 Kunden. Insgesamt steige die Zahl der Kunden seit vielen Jahren konstant und stetig an. Und die Kundschaft wird nicht nur größer, sie wird auch älter: Rund 40 Prozent der Aachener Tafel-Kunden sind älter als 60 Jahre.

Noch vor zehn Jahren lag dieser Wert bei etwa einem Drittel. In jeder Kunden-Sprechstunde, berichtete Schlockermann, kämen Leute, die sagen: „Ich hätte nie gedacht, dass ich mal herkommen müsste.“ Selbst junge Menschen, so die Tafel-Chefin, hätten zunehmend das Gefühl, dass sie später von ihrer Rente nicht ausreichend leben können. „Das Gefühl, für mich wird nicht gesorgt, wenn ich alt bin, führt zu einer Entsolidarisierung in der Gesellschaft“, sagte Schlockermann, das könne ein Problem für die Demokratie werden.

Von ganz konkreten Problemen berichtete auch die Tafel in Übach-Palenberg vor wenigen Wochen. Dort kommen im Normalbetrieb längst nicht mehr so viele Spenden an wie früher. Einen Grund dafür sahen die Tafel-Verantwortlichen in Übach-Palenberg in der App „Too good to go“. Das ist eine Plattform, mit der Lebensmittelgeschäfte oder auch Restaurants ihre Waren kurz vor Ladenschluss noch für wenige Euro an registrierte Kunden verkaufen. Das hilft auch gegen Lebensmittelverschwendung, bedeutet aber gleichzeitig, dass die übrig gebliebenen Waren nicht an die Tafeln gehen.

Die Tafel und die Betreiber der App arbeiten aber mittlerweile Hand in Hand, sodass die Tafel nicht befürchten müsse, weniger Lebensmittel zu bekommen, betonen die App-Betreiber. „Als wir vor zwei Monaten von den Sorgen der Tafel Übach-Palenberg erfahren haben, haben wir uns direkt mit unseren Partnerbetrieben und der Tafel in der Stadt zusammengesetzt um sicherzustellen, dass unser Konzept im Alltag genau so umgesetzt wird, wie es gedacht ist“, so eine Sprecherin. In Übach-Palenberg werde nun an den Tagen, an denen die Tafel nichts abholen kann (dienstags und samstags) Portionen über Too good to Go angeboten.

Und nicht nur das. Generell, so fürchtet man in Übach-Palenberg, sinke die Bereitschaft, für die Institution zu spenden. Es komme immer weniger Geld rein, so dass sogar eine Schließung der Tafel im Raum steht.

An ihre Grenzen stoßen auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Tafel im Kreis Düren. Nicht etwa, weil die Lebensmittel knapp werden, sondern vor allem, weil es an neuen Ehrenamtlern fehlt. „Wir suchen händeringend ehrenamtliche Mitarbeiter“, hatte Manuel Millkorb, Leiter des Aldenhovener Tischs, vor einigen Wochen im Gespräch mit unserer Zeitung betont.

Für die kommenden Wochen bis zu den Feiertagen wünschen sich alle Tafel-Verantwortlichen in der Region aber vor allem eines: ein schönes, besinnliches Weihnachtsfest für die vielen bedürftigen Kunden. Und alle sind sich sicher, dass das mit der tatkräftigen Hilfe unserer Leserinnen und Leser auch gelingen kann.

(red)