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Missbrauchsfall Bergisch Gladbach:

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit : Möglicherweise Plädoyers im Missbrauchsfall Bergisch Gladbach

In Köln steht seit Wochen ein Mann vor Gericht, der als zentraler Verdächtiger im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach gilt. Durchsuchungen bei ihm brachten den Fall einst ins Rollen. Nun werden in dem Prozess die Plädoyers erwartet.

Im Prozess gegen einen zentralen Verdächtigen im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach werden am Mittwochmorgen am Kölner Landgericht Plädoyers erwartet. Sollte es dazu kommen, werden sie allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit gehalten, wie das Gericht vorab erklärte. Über den Inhalt soll dann im Nachgang informiert werden. Auch andere Teile des Prozesses gegen den Familienvater aus Bergisch Gladbach waren schon ohne Publikum verhandelt worden.

Die Anklage wirft dem 43-Jährigen in dem Verfahren vor, seine 2017 geborene Tochter immer wieder sexuell missbraucht zu haben. Den Großteil der Taten habe er mit seinem Smartphone dokumentiert und Aufnahmen an Chat-Partner weitergeleitet. Zu den Vorwürfen hat sich der Deutsche geäußert, allerdings ebenfalls unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Den Antrag hatte die Nebenklägerin gestellt, die seine Tochter vertritt. Sie wollte das Mädchen schützen.

Der Deutsche gilt als eine wichtige Figur im sogenannten Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach, weil Ermittler bei ihm auf zahlreiche digitale Kontakte stießen, die sie zu vielen weiteren Verdächtigen führten. Mittlerweile erstrecken sich die Ermittlungen auf ganz Deutschland.

Legt man die Anklage zugrunde, drohen dem gelernte Koch und Hotelfachmann im Falle einer Verurteilung bis zu 15 Jahre Freiheitsstrafe. Zudem steht die Anordnung einer Sicherungsverwahrung im Raum. Im Laufe des Prozesses hatte er angekündigt, seiner Tochter 50 000 Euro auf ein Konto einzahlen zu wollen. Nach Angaben des Verteidigers soll das Geld als „Schadenswiedergutmachung“ dienen.

(dpa)