Internationaler FridaysForFuture-Streik auch in Aachen: Ministerin will Schulpflicht mit Zwangsmaßnahmen durchsetzen

Internationaler FridaysForFuture-Streik auch in Aachen : Ministerin will Schulpflicht mit Zwangsmaßnahmen durchsetzen

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) will nicht hinnehmen, dass Schüler wegen der seit Monaten stattfindenden Protestaktion „Fridays for Future“ den Unterricht schwänzen. Auch in Aachen wurde heute wieder demonstriert.

In einem Brief an alle Schulleiter in NRW bekräftigte sie, die Schulpflicht sei durchzusetzen. Die Teilnahme an einem Schülerstreik sei während der Unterrichtszeit „grundsätzlich unzulässig“. Zuvor hatte der WDR berichtet. Am Freitag beteiligten sich erneut in zahlreichen Städten in Nordrhein-Westfalen Schüler an den Demonstrationen.

In Wuppertal gingen nach Polizeiangaben 1200 Menschen auf die Straße. Erwartet worden waren lediglich etwa 300. In Düsseldorf waren laut Polizei zunächst 450 Demonstranten unterwegs. Bundesweit beteiligten sich nach Angaben einer Sprecherin der Initiative mehr als 20.000 Schüler in 37 Städten an Streiks und Demos.

Unentschuldigtes Fehlen lediglich auf dem Zeugnis zu dokumentieren, komme „bei wiederholten und absichtsvollen Schulpflichtverletzungen“ nicht in Betracht, unterstrich Gebauer. Zwar könnten außerschulische Veranstaltungen auf Antrag erlaubt werden; für Streiks während des Unterrichts gelte das jedoch nicht.

Die Grünen sprachen von einem „Dokument der Hilflosigkeit“. Dass die schwarz-gelbe Landesregierung Eltern und Schulen Strafen androhe, lege „den Verdacht nahe, dass politisch unliebsamer Protest abgewürgt werden soll“, kritisierte Landeschefin Mona Neubaur. „Das junge Menschen sich politisch engagieren, ist ein gutes Signal an unsere Gesellschaft.“ Gebauer hielt dagegen, das grundgesetzliche Recht, an Protestzügen oder Mahnwachen teilzunehmen, finde für Schüler Schranken in der Erfüllung der Schulpflicht.

Die Naturschutzbewegung ist bereits seit Dezember in Aachen angekommen. (Symbolbild). Foto: dpa/Roland Weihrauch

Auch in Aachen waren am Freitag -während der Schulzeit- wieder viele Schüler auf der Straße um ein Zeichen für eine nachhaltige Ausrichtung von Politik und Wirtschaft zu setzen.

Bereits seit Mitte Dezember ziehen junge Menschen durch Aachen. Dabei folgen sie dem Beispiel der Schwedin Greta Thunberg, die bereits seit der Hitzewelle im Sommer des vergangenen Jahres die Schule zu Gunsten einer besseren Zukunft regelmäßig sausen lässt.

Die Schulen der Kaiserstadt stehen gespaltenen zu dem absichtlichen Fehlen ihrer Schützlinge. Die Viktoriaschule will die Schüler zwar nicht aufhalten, kreidet ihnen für das Verpassen des Unterrichts aber unentschuldigte Fehlstunden an. Die Freie Waldorfschule notiert die fehlenden Stunden zwar in den Klassenbüchern, aber nicht auf dem Zeugnis ihrer Schützlinge.

Wie es in Zukunft weitergehen soll ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abzusehen.

In vielen Städten der Bundesrepublik gingen am Freitag wieder viele Schüler auf die Straße. (Symbolbild). Foto: dpa/Marijan Murat
(dpa/red)
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