Leverkusen/Köln: Millionenbetrug an Senioren: Razzia gegen Leverkusener Familie

Leverkusen/Köln : Millionenbetrug an Senioren: Razzia gegen Leverkusener Familie

Mit vier Festnahmen und der Durchsuchung von 70 Wohnungen, Büros und Banken ist die Polizei gegen eine mutmaßliche Betrügerbande vorgegangen, die unter anderem Senioren im großen Stil geschädigt haben soll. Allein bei den Straftaten auf Kosten der Senioren gehen die Ermittler von einem Schaden in Höhe von etwa einer Million Euro aus.

Am frühen Morgen durchsuchten Polizisten in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Österreich fast 70 Objekte, wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Köln mitteilten. Vier mit Haftbefehl gesuchte Mitglieder und Unterstützer einer Leverkusener Großfamilie - Deutsche im Alter von 42 bis 54 Jahren - seien festgenommen worden. Die Ermittler stellten Luxuswagen, mehrere Immobilien, hochwertigen Schmuck und Bargeld sicher.

Die Betrüger hätten sich das Vertrauen älterer Menschen erschlichen und sie dann zu Bargeldzahlungen überredet, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Dabei hätten sie finanzielle Engpässe bei sich vorgetäuscht. Um ihnen zu helfen, hätten die alten Leute ihnen dann das Bargeld ausgehändigt. Nun wird gegen 47 Beschuldigte ermittelt, die den Angaben zufolge überwiegend der Leverkusener Großfamilie angehörten.

Zu den Geschädigten sollen auch Kreditinstitute und Sozialleistungsträger gehören. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde in einem Fall das Sozialamt in Leverkusen um einen sechsstelligen Betrag gebracht.

Mutmaßlicher Haupttäter ist ein einschlägig vorbestrafter 42-Jähriger. Er soll von dem ergaunerten Geld unter anderem Immobilien im Wert von mehreren Millionen Euro gekauft haben. Neben Wohnungen wurden auch Büros von Steuerberatern und eines Rechtsanwalts sowie Kreditinstitute und Schließfächer durchsucht. Die meisten der rund 70 Objekte befinden sich in NRW, unter anderem in Neuss, Köln, Leverkusen, Mettmann und Wuppertal.

(dpa)