Regionen stärken: Millionen für neue Kulturzentren auf dem Land in NRW

Regionen stärken : Millionen für neue Kulturzentren auf dem Land in NRW

Mit rund zehn Millionen Euro fördert die Landesregierung in den nächsten fünf Jahren den Aufbau von breitgefächerten Kulturzentren in ländlichen Regionen Nordrhein-Westfalens.

Wie diese Zentren aussehen und welches Angebot sie haben, solle bewusst offen gehalten werden, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Kulturministerium, Klaus Kaiser, am Donnerstag in Düsseldorf. In den Kulturzentren, die auch „Dritte Orte“ genannt werden, könnten sich etwa Bibliotheken, Musik- oder Volkshochschulen, Künstler und örtliche Kulturvereine vernetzen. „Wir wollen bewusst keine Einschränkungen machen.“

Als Vorbilder dienen die ehemalige Industriehalle „kabelmetal“ in Windeck an der Grenze zu Rheinland-Pfalz, der „Alte Hof Schoppmann“ in Nottuln im Münsterland oder das Zentrum für Information und Bildung in Unna. Die Ausschreibung für die erste Förderphase ist bereits im Januar gestartet. 15 Konzepte sollen gefördert werden.

Die neuen Zentren sollen sich laut Kaiser „von unten“ entwickeln und Ehrenamt und Kommunen vernetzen. „Es gibt kein festes Schema, die Player sollen sich finden.“ Bei ihren Konzepten sollen sie dann professionell unterstützt werden. „Es geht nicht darum, Folklore in die Breite zu bringen“, sagte Kaiser. Die neuen Kulturorte sollten auch nicht in Konkurrenz zu bestehenden Einrichtungen wie etwa Schützenhallen treten.

Für den Kulturbeigeordneten des Städte- und Gemeindebunds, Claus Hamacher, sind die Kultur- und Begegnungshäuser ein „Baustein“ für gleichwertige Lebensverhältnisse in der Stadt und auf dem Land. Die Orte müssten auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich und regelmäßig geöffnet sein. Der Fokus liege nicht ausschließlich auf „Hochkultur“. Die Zentren sollten auch „eine Plattform für die Entfaltung des künstlerischen Potenzials vor Ort“ bieten.

Für den Aufbau ländlicher Kulturzentren ist langer Atem notwendig. So ging die Kulturhalle „kabelmetal“ nach fünf Jahren Planung 2013 an den Start und macht inzwischen mit Konzerten, Kabarett, Lesungen, aber auch Karnevalssitzungen einen Umsatz von 500.000 Euro im Jahr. Einen Traum hat die ehrenamtliche Geschäftsführerin Heike Hamann: „Die Toten Hosen hätten wir gern hier“.

(dpa)