Protestlinie, Molotowcocktails, Baggerbesetzung: Mehrere Polizeieinsätze am Tagebau Hambach am Wochenende

Protestlinie, Molotowcocktails, Baggerbesetzung : Mehrere Polizeieinsätze am Tagebau Hambach am Wochenende

An diesem Wochenende war die Aachener Polizei erneut am Braunkohletagebau im Einsatz. Es wurden auf geparkte Dienstfahrzeuge Molotowcocktails geworfen, sechs Menschen versuchten einen Bagger im Tagebau zu besetzten und bei einer nicht angemeldete Versammlung an der Tagebaukante wurde einer in Gewahrsam genommen.

In der Nähe des ehemaligen Zubringers der alten BAB4 in Kerpen wurde in der Nacht zum Samstag gegen 1.30 Uhr Molotowcocktails in Richtung geparkter Dienstfahrzeuge und eines Mitarbeiters der RWE Power AG geworfen. Weder die Autos noch der Mitarbeiter wurde getroffen. Ermittlungen wegen Landfriedensbruchs und versuchter gefährlicher Körperverletzung wurden aufgenommen.

In der Nacht zum Sonntag um 2.20 Uhr versuchten sechs Personen einen Bagger im Tagebau Hambach zu besetzen. Vier Personen wurden noch am Fuße des Baggers durch Sicherheitskräfte von RWE aufgehalten. Zwei Personen drangen auf eine Plattform des Baggers vor und wurden durch die Sicherheitskräfte vom Bagger gebracht. Dabei haben sie nach bisherigen Erkenntnissen keinen Widerstand geleistet. Die Straftäter wurden der Polizei übergeben, die weitere Maßnahmen zur Identitätsfeststellung einleitete. Gegen sie wird nun wegen Hausfriedensbruchs ermittelt.

Eine Privatperson hatte bereits am Freitag für Sonntagmittag zu einer nicht angemeldeten Versammlung „Rote Linie“ an der Tagebaukante aufgerufen. Mit der Protestlinie haben Klimaaktivisten für den Erhalt des Waldes demonstriert. Sie bildeten eine sogenannte Rote Linie zwischen dem Braunkohletagebau und dem Wald. Der Tagebau rücke immer weiter vor, kritisierten die Aktivisten. Man habe die Befürchtung, dass die wasserspeichernden Erdschichten angeschnitten und so unumkehrbare Tatsachen geschaffen würden.

Nach Polizei-Angaben beteiligten sich etwa 200 Menschen an der Aktion. Eine Person sei vorübergehend in Gewahrsam genommen worden.

(red/pol/dpa)
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