Aachen: Mehr Radarfallen auf den Autobahnen

Aachen: Mehr Radarfallen auf den Autobahnen

„Wir sind nicht bereit, diese Entwicklung länger hinzunehmen.” Der Kölner Polizeipräsident Wolfgang Albers ist auch für die Autobahnen rund um Aachen, Düren und Heinsberg verantwortlich. Und in dieser Funktion will er den Rasern auf den Fernverkehrsstraßen das gefährliche Handwerk legen.

Der Kontrolldruck wird erhöht, zusätzliche Überwachungstechnik soll angeschafft werden. Am Freitag stellte Albers gemeinsam mit Helmut Simon, Leiter der Direktion Verkehr, die Unfallentwicklung des vergangenen Jahres im Bereich des Regierungsbezirks Köln vor. Und dabei habe sich auch hier überhöhte Geschwindigkeit als „Killer Nummer eins” erwiesen, klagte der Präsident.

Auf insgesamt 575 Kilometern Autobahn sollen rund 350 Polizeibeamte für Sicherheit und Ordnung sorgen. Davon entfallen auf den Regionalbereich Aachen 125 Kilometer. Dieses Streckennetz umfasst die Autobahn 4 von der niederländischen Grenze bis zum Autobahnkreuz Kerpen, die A 44 von der belgischen Grenze bei Lichtenbusch bis zum Autobahndreieck Jackerath sowie die A 544 vom Aachener Europaplatz bis zum Aachener Kreuz.

Grundsätzlich konstatiert die Polizei im Raum Aachen eine „erfreuliche Entwicklung”, so Simon. Denn gegenüber 2010 sank letztes Jahr die Zahl der Unfälle von 1651 auf 1394. Dabei wurden 65 Menschen (2010:58, plus zwölf Prozent) schwer verletzt. Mit acht Personen ist die Zahl der Getöteten gleich geblieben.

Hauptunfallursache war mit 56 (70) Fällen zu hohes Tempo. Und allein vier der Getöteten gehen auf dieses Raserkonto. Besonders tragisch war der Tod eines Mitarbeiters der Dürener Straßenmeisterei bei Aachen, der am 21. Juni von einem Lkw auf dem Randstreifen der A 44 erfasst worden war. Ein Kollege wurde glücklicherweise nur leicht verletzt.

Zu geringer Abstand war für 48 (50) Unfälle verantwortlich, 24-mal (22) waren es Überholvorgänge, 15mal (sieben) Fahrstreifenwechsel, und elfmal (acht) war Alkohol mit im Spiel.

Kritisch ist aus Polizeisicht die Unfallentwicklung an Stauenden. Im Raum Aachen gab es deswegen letztes Jahr 59 Crashs (48, plus 18,6 Prozent). Ein heikler Faktor sind zudem Autobahnbaustellen. Insgesamt wurden 242 (205) Unfälle in diesen Bereichen zu Protokoll genommen. Bezüglich des Großprojekts der Umgestaltung des Aachener Kreuzes konnte die Polizei keine näheren Angaben machen.

Lastwagen waren 2011 bei 405 Unfällen die Verursacher, knapp 20 Prozent (505) weniger als im Jahr davor. 23 Lkw-Unfälle (18) sind mit zu geringem Abstand und zu hoher Geschwindigkeit zu erklären, sieben (drei) passierten bei Überholvorgängen. Alkohol war in keinem Fall im Spiel (2010: einer).

Daneben wurden auch Ergebnisse der Einsatztruppe aufgelistet, die regelmäßig auf den Autobahnen Streife fährt. Im Bezirk Köln wurden knapp 1100 Kilogramm Rauschgift mit einem Marktwert von gut zehn Millionen Euro gefunden. Es gab 175 Strafanzeigen, davon 82 Festnahmen. 119 Blutproben wurden abgenommen. Unterm Strich wurden rund 40.000 Einsätze gefahren.

Im gesamten Regierungsbezirk sank die Zahl der Unfälle auf Autobahnen von 11.490 auf 11.199. Die Zahl der Todesopfer stieg im Raum Köln demnach von 13 auf 23, die Zahl der Schwerverletzten von 261 auf 302. „Diese Dramatik”, so Helmut Simon, „gebietet es, uns dieses Themas anzunehmen.”

Der Praktiker mahnte, dass gerade bei Lkw in­stallierte Abstandswarner „viel menschliches Leid vermeiden” könnten. Ab 2015 werden diese Anlagen für Neufahrzeuge Pflicht.