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Anstieg auch in der Region: Mehr Prüfungen des Kindeswohls durch Jugendämter

Anstieg auch in der Region : Mehr Prüfungen des Kindeswohls durch Jugendämter

Jugendämter in Nordrhein-Westfalen haben im vergangenen Jahr häufiger das Wohlergehen von Kindern in den Familien geprüft. 2019 waren die Behörden in 49.707 Fällen gefragt – eine Zunahme von 14,1 Prozent.

Das teilte das Statistische Landesamt am Montag mit. Auch in der Region ist diese Zahl im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Mit 30,2 Prozent mehr Prüfungen als im Vorjahr liegt der Kreis Düren im Vergleich vorne. In der Städteregion Aachen gab es einen Anstieg von 24,8 Prozent, im Kreis Heinsberg wurden 18,5 Prozent mehr Verfahren gezählt. Damit liegen alle drei Kreise der Region über dem NRW-Durchschnitt. Insgesamt waren die Jugendämter in der Region 3045 Mal wegen des Kindeswohls im Einsatz.

In mehr als jedem vierten der knapp 50.000 Fälle in NRW kam der Verdacht, dass ein Kind misshandelt oder vernachlässigt worden sein könnte, von Polizei, Gerichten oder Staatsanwaltschaften. In 16,2 Prozent der Fälle gaben Verwandte, Bekannte oder Nachbarn einen Hinweis. Schulen oder Kitas wurden in 14,4 Prozent der Fälle aktiv. Jeder zehnte Hinweis war anonym.

In 14,3 Prozent oder 7094 Fällen in NRW stellte das Jugendamt dann auch eine akute Gefährdung des Kindeswohls fest. In der Region war das nur in rund 9 Prozent der Prüfungen der Fall. Häufigste Gründe waren Anzeichen von Vernachlässigung sowie körperliche und psychische Misshandlungen. In 19.095 Fällen ergab die Prüfung keine Kindeswohlgefährdung und keinen Hilfebedarf für die Familie in NRW, in der Region waren es 974 Verfahren (32 Prozent). Dieses Ergebnis wurde besonders häufig im Kreis Heinsberg mit rund der Hälfte der Prüfungen erzielt.

(dpa/jas)