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Betrugsprozess: Mehr als vier Jahre Haft für falschen Seelsorger

Betrugsprozess : Mehr als vier Jahre Haft für falschen Seelsorger

Als Seelsorger hatte sich ein 51-Jähriger in einer Bonner Klinik vorgestellt und sich so das Vertrauen eines betagten Patienten erschlichen, den er in der Krankenhaus-Kapelle kennenlernte.

Am Ende hatte der Mann die Familie des Seniors um 48.650 Euro abgezockt. Nun hat das Bonner Landgericht den falschen Geistlichen wegen gewerbsmäßigen Betrugs zu vier Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt, wie eine Gerichtssprecherin am Freitag mitteilte. In der Strafe enthalten ist eine weitere Verurteilung des Amtsgerichts Dresden wegen zehn anderer Betrugstaten.

Im Bonner Fall hatte der Angeklagte dem 63-jährigen Sohn des Seniors vorgegaukelt, er sei Schweizer Staatsbürger, habe seine Papiere verloren und keine Chance an Geld zu kommen. Daraufhin übergab der Sohn ihm gutgläubig das Geld. Per Vertrag wurde vereinbart, dass der vermeintliche Priester die Summe innerhalb von drei Monaten zurückzahlen sollte. Das geschah jedoch nicht.

Der Angeklagte hat als notorischer Betrüger bereits 25 Jahre hinter Gittern verbracht. Im Prozess hatte er ausgesagt, dass er durch traumatische Erlebnisse als Kind in einem Waisenhaus in der ehemaligen DDR kein „moralisches Gerüst“ mitbekommen habe. In Stresssituationen könne er seinen Hang zum Betrügen nicht mehr steuern.

(dpa)