Aachen/Düsseldorf: Mathe-Schüler wollen Abi-Klausuren nicht hinnehmen

Aachen/Düsseldorf: Mathe-Schüler wollen Abi-Klausuren nicht hinnehmen

Der Protest der Abiturienten gegen die Abiturklauseren im Grundkurs Mathematik weitet sich aus. Eine Facebook-Gruppe zum Thema hatte am Freitagnachmittag mehr als 6700 Mitglieder, eine Petition an das NRW-Schulministerium rund 5000 Unterstützer.

Die Klausuren, die am Mittwoch geschrieben worden waren, wurden von den Schülern vielfach als schwierig und kompliziert formuliert empfunden.

Den Eindruck vieler Schüler bestätigt der Vorsitzende des Philologen-Verbandes NRW, Peter Silbernagel: „Die Matheklausuren sind vom Niveau her auf jeden Fall an der oberen Grenze gewesen. Für viele Schüler waren sie eindeutig zu schwer.“ G8-Schüler seien allerdings nicht besonders benachteiligt gewesen. „Den Stress mit Mathe haben wir jedes Jahr“, so Silbernagel, der die Aufgaben als „abgespeckte Leistungskursklausuren“ bezeichnet und endlich einen „runden Tisch“ zum Thema fordert.

Silbernagel, der selber Mathematiklehrer ist, ist sicher, dass der „Sturm der Entrüstung noch nicht zu Ende“ ist und prognostiziert, dass „unter diesen Voraussetzungen immer weniger Schüler Mathe im Abi wählen werden“. Auch vonseiten der Fachlehrer seien die Klausuraufgaben vielfach als zu schwer befunden worden.

Im sozialen Netzwerk Facebook kündigen Schüler für Dienstag, 23. April, eine Demonstration vor dem Schulministerium an. Bei der Düsseldorfer Polizei war bis Freitag noch keine Demonstration angemeldet, es haben aber schon mehr als knapp 600 Schüler ihr Kommen angesagt. Auch Desirée Beher, Abiturientin am Aachener St. Ursula-Gymnasium, will an der Protestaktion teilnehmen. „Wir Schüler sollten uns wehren“, sagt sie.

Wie viele andere hat sie die Sorge, dass die zu schwere Mathe-Prüfung ihren Abiturschnitt nach unten zieht. Die Situation während der Klausur beschriebt sie als „schrecklich“: „Ich war am Rande der Verzweiflung und musste beinahe mit den Tränen kämpfen.“ Auch Aylin Coskun vom Carolus-Magnus-Gymnasium in Übach-Palenberg befürchtet eine schlechte Abschlussnote: „Die Klausur war zu schwer, und wir hatten zu wenig Zeit.“

Das Schulministerium in Düsseldorf widerspricht indessen der Annahme, dass die Klausuren zu schwer waren. „Die Aufgaben sind lösbar und entsprechen dem Lehrplan“, sagte Ministeriumssprecherin Barbara Löcherbach gegenüber unserer Zeitung. „Es gibt keine Hinweise, dass es Fehler gab.“ Im Übrigen durchliefen die Klausuraufgaben ein mehrstufiges Verfahren, bevor sie ausgeteilt würden.

Mehr von Aachener Nachrichten