Neuss: Mann wegen sexuellen Missbrauchs zu vier Jahren Haft verurteilt

Neuss: Mann wegen sexuellen Missbrauchs zu vier Jahren Haft verurteilt

Das Neusser Amtsgericht hat am Donnerstag einen arbeitslosen Bauschlosser zu vier Jahren Haft wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt. Der 40-jährige Angeklagte hatte zuvor gestanden, die Tochter einer langjährigen Bekannten über Jahre hinweg sexuell missbraucht zu haben.

Das Gericht folgte mit seinem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Laut Urteil war das Opfer zum Zeitpunkt der ersten Übergriffe gerade sechs Jahre alt. Die Mutter des Kindes hatte den jetzt angeklagten Bekannten damals gebeten, während einer beruflichen Umschulung auf ihre Tochter aufzupassen. Der „Hartz IV”-Empfänger nutzte die Gelegenheit, um sich erstmals an dem Mädchen zu vergehen. Die Missbrauchsserie endete erst, als sich das Kind im Alter von 13 Jahren Ende 2009 seiner Mutter offenbarte.

Der Angeklagte sagte im Prozess, er schäme sich für seine Taten. Er könne sich „das alles” heute nicht mehr erklären. Der Richter sprach von einer Serie von bis zu 100 Taten.

Die Mutter des Mädchens brach im Verfahren immer wieder in Tränen aus. Sie erklärte, sie mache sich selbst „größte Vorwürfe”, weil sie jahrelang von den Taten nichts bemerkt habe. Das Opfer sagte als Zeugin, sie habe jahrelang geschwiegen, weil sie zum einen zur Freundin des Angeklagten ein sehr enges Verhältnis gehabt habe. Zum anderen habe sie befürchtet, dass ihre Mutter einen Asthma-Anfall hätte erleiden können. Deshalb habe sie nur ihrem Kater von den Übergriffen „berichtet”.

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