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„Malbuch“ der AfD-Fraktion – NRW-Landtag will Finanzierung prüfen

Rassismusvorwurf : AfD-Fraktion endschuldigt sich für umstrittenes „Malbuch“

Ein Heft der AfD-Fraktion aus NRW wird von vielen als rassistisch kritisiert. Die AfD beruft sich erst auf Satirefreiheit. Nun hat die Fraktion offenbar einen Sinneswandel vollzogen. Das „Malbuch“ sei ein Fehler gewesen. Jetzt wird es eingestampft.

Im Fall eines umstrittenen Malbuchs der nordrhein-westfälischen AfD-Fraktion will der Landtag prüfen, ob die Fraktion Gelder unzulässig verwendet hat. Das teilte ein Sprecher des Landtags am Mittwoch in Düsseldorf auf Anfrage mit. Zuvor hatte der WDR berichtet.

Die Hefte mit dem Namen „Nordrhein-Westfalen zum Ausmalen“ sollen am vergangenen Wochenende bei einer Veranstaltung der AfD-Landtagsfraktion in Krefeld verteilt worden sein. In den Malbüchern werden unter anderem bewaffnete Menschen unter türkischer Flagge gezeigt - offenbar bei einem Autokorso. Unter dem Banner „Wir baden das aus“ sind in einem Schwimmbad Vollverschleierte und eine Hand mit Messer zu sehen.

Die Polizei ermittelt nach eigenen Angaben wegen des Verdachts der Volksverhetzung. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, sie werde die Angelegenheit ebenfalls prüfen.

Unter anderem wird ein Autokorso mit karikaturhaft bekleideten Bewaffneten unter türkischen Flaggen gezeigt. Foto: dpa/Andreas Bischof

Verschiedene Vertreter anderer Parteien nannten das Heft rassistisch. Die AfD-Landtagsfraktion wertete die Kritik zuerst als „Angriff auf die Kunst- und Satirefreiheit“. Später ging sie zumindest teilweise auf Distanz zu dem Projekt. „Das Buch hätte in dieser Form nicht erscheinen dürfen“, teilte Fraktionschef Markus Wagner mit. Einige wenige Skizzen seien „so definitiv nicht in Ordnung“ und entsprächen nicht der Auffassung der Fraktion. Das gesamte Projekt werde ersatzlos beendet.

(dpa)