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WHO wählt acht Flughäfen weltweit: Lüttich wird europäisches Drehkreuz für Corona-Material

WHO wählt acht Flughäfen weltweit : Lüttich wird europäisches Drehkreuz für Corona-Material

Acht Flughäfen weltweit sind von der Weltgesundheitsorganisation WHO als Drehkreuze für die Verteilung von Corona-Hilfsmaterial ausgewählt worden. Einer davon liegt in unserer Region: der Flughafen Lüttich.

Nach Medienberichten sollen ab sofort pro Monat rund 100 Millionen Gesichtsmasken und Einweghandschuhe, 25 Millionen Schutzanzüge, Beatmungsgeräte und 2,5 Millionen Coronavirus-Tests über den Flughafen in den Staaten Europas verteilt werden. Das Material soll mit 30 Flugzeugen pro Woche angeliefert werden, also im Schnitt mit mehr als vier Maschinen pro Tag.

Lüttich wird das einzige Corona-Drehkreuz der WHO in Europa. Die anderen Verteilerflughäfen liegen in Südafrika, China, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Äthiopien, Ghana, Malaysia und Panama.

Die WHO hat für die weltweiten Verteilerflüge acht vierstrahlige Frachtflugzeuge des Typs Boeing 747 im Einsatz und ebenso viele mittelgroße sowie etliche kleinere Maschinen.

Ausgewählt wurde der Regionalflughafen in Bierset, knapp zehn Kilometer westlich von Lüttich, weil er zentral in Mitteleuropa liegt und auch nachts geöffnet ist. Das erklärte der Geschäftsführer des Flughafens Luc Partoune gegenüber der Tageszeitung „L’Echo“. Nur wenige Flughäfen in Europa sind rund um die Uhr für die oft sehr lauten Frachtmaschinen anfliegbar.

Für die Verteilung der Hilfsgüter in Europa steht nach Angaben der Fachzeitschrift Stat Trade Times auf dem Flughafengelände eine derzeit ungenutzte, rund 12.500 Quadratmeter große Halle zur Verfügung. Sie gehört zu einem größeren Bauprojekt der russischen Frachtfluggesellschaft Volga Dnepr Group, das aufgrund der Corona-Krise ins Stocken geraten ist.

Der Airport Lüttich ist der siebtgrößte europäische Frachtflughafen und seit Jahren auf Expansionskurs. Zuletzt entschied sich der chinesische Internetgigant Alibaba, dort für 75 Millionen Euro ein 220.000 Quadratmeter großes Verteilzentrum für ganz Europa zu bauen. Es soll Anfang 2021 in Betrieb gehen.