Blankenheim: Lückenschluss der A1 in der Eifel macht Bogen um das Haselhuhn

Blankenheim : Lückenschluss der A1 in der Eifel macht Bogen um das Haselhuhn

Die Autobahn 1 soll beim Lückenschluss in der Eifel einen Bogen um das geschützte Haselhuhn machen. Das nordrhein-westfälische Verkehrsministerium stellte am Freitag seine optimierte Trassenführung vor. Demnach sollen potenzielle Lebensräume des Haselhuhns in einem Bogen umfahren werden. Außerdem sei ein knapp 600 Meter langer Tunnel geplant, damit ein großes Waldgebiet oberhalb des Ahrtals weniger durchschnitten wird.

Das Risiko, im Fall von Klagen vor Gericht zu verlieren, sei so auf ein Minimum reduziert worden. „Ich freue mich, dass wir endlich eine Trasse gefunden haben, von der wir überzeugt sind, dass sie im höchsten Maße rechtssicher ist”, stellte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) in einer Mitteilung fest.

Die neue Planung betrifft das rund zehn Kilometer lange Teilstück zwischen Lommersdorf in Nordrhein-Westfalen und Adenau in Rheinland-Pfalz. Die bislang kalkulierten Kosten von 245 Millionen Euro steigen den Angaben nach um rund 60 Millionen Euro. Der Bund sei bereit, die Mehrkosten zu tragen, teilte das NRW-Ministerium mit. Das Projekt habe höchste Priorität. Die A1 verbindet die Ostsee mit dem Saarland.

Das vom Autobahnbau betroffene Gebiet gehöre zu den ökologisch sensibelsten Gebieten in Nordrhein-Westfalen, die bekannt seien, sagte der Geschäftsleiter des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) in NRW, Dirk Jansen. Es gebe mehrere nationale und internationale Schutzgebiete. Der BUND werde die Pläne mit Blick auf mögliche juristische Schritte unter die Lupe nehmen.

Der Mainzer Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) hatte die Bedeutung des Projektes für Rheinland-Pfalz betont. Die Eifelkommunen selbst erwarten eine Entlastung ihrer Ortsdurchfahrten und eine schnellere Anbindung an den Frankfurter Raum, wie der Bürgermeister von Blankenheim im Kreus Euskirchen, Rolf Hartmann (parteilos), sagte. Damit könne die Eifelregion für neue Gewerbe-Ansiedlungen interessanter werden, aber auch für Touristen aus dem Frankfurter Raum.

(dpa)
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