Düsseldorf: Loveparade-Stiftung: Betreuung beim Loveparade-Prozess weiter nötig

Düsseldorf : Loveparade-Stiftung: Betreuung beim Loveparade-Prozess weiter nötig

Die Loveparade-Stiftung hält ihr Betreuungsangebot beim Düsseldorfer Strafprozess zum Unglück auf dem Technofestival weiterhin für notwendig. Pro Verhandlungstag führe er vier bis fünf Gespräche, sagte der Koordinator der Notfallseelsorge Duisburg, Diakon Richard Bannert, am Donnerstag in Duisburg. Es seien Gespräche etwa mit Wachtmeistern, Zuschauern, Zeugen, Nebenklägern oder auch Anwälten.

„Ich erlebe, dass die Menschen teilweise immer noch sehr belastet sind.” Der Prozess hole alles noch einmal hoch. Waren in den ersten Wochen des Verfahrens noch jeweils mindestens zwei Experten vor Ort, komme man mittlerweile mit einem aus, sagte Ulrike Stender vom Vorstand der Loveparade-Stiftung. Ein zweiter stünde aber bereit. Die Kosten für das Angebot trägt das Land.

Bei der Technoparade am 24. Juli 2010 in Duisburg gab es am einzigen Zu- und Abgang zum Gelände ein tödliches Gedränge. 21 Menschen wurden erdrückt und mindestens 652 verletzt. Seit Dezember 2017 läuft in Düsseldorf ein Strafprozess gegen zehn Beteiligte des Veranstalters und der Stadt Duisburg.

Mit einer „Nacht der 1000 Lichter” wird kommenden Montag in Duisburg der Todesopfer und Verletzten vor acht Jahren gedacht. Die Veranstaltung findet traditionell am Vorabend des Jahrestages statt. Am Dienstag ist eine Gedenkveranstaltung am Loveparade-Mahnmal geplant. Beide Veranstaltungen sind öffentlich. Es werden Angehörige und Traumatisierte erwartet.

Bei der „Nacht der 1000 Lichter” werden im Zugangstunnel zum damaligen Loveparade-Gelände am Montag ab 18 Uhr rund 1000 Grablichte entzündet. Ein Musiker improvisiert auf einem Saxophon. Ansprachen gibt es keine, wie Rolf Karling vom Verein „Bürger für Bürger” sagte. „Die Leute sollen einfach kommen und nach ihren Emotionen teilnehmen.”

Er rechne mit rund 300 Teilnehmern. Die Gedenkverstaltung am Dienstag, dem Jahrestag, beginnt um 17 Uhr. Der Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung, Pfarrer Jürgen Thiesbonenkamp, hält eine Ansprache.

(dpa)
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