Düsseldorf: Loveparade-Prozess wird fortgesetzt

Düsseldorf : Loveparade-Prozess wird fortgesetzt

Der Prozess um die Katastrophe bei der Duisburger Loveparade wird an diesem Mittwoch mit dem dritten Verhandlungstag fortgesetzt. Zeugen sollen dabei noch nicht vernommen werden. Das Gericht muss noch über eine mehr als 70 Seiten starke Besetzungsrüge entscheiden. Anwälte behaupten, der Prozess finde vor der falschen Strafkammer statt. Das Oberlandesgericht hätte den Fall nicht an eine andere Kammer übertragen dürfen. Damit sei das Prinzip des gesetzlichen Richters verletzt worden.

Einen Befangenheitsantrag gegen zwei Ersatzschöffen und den Antrag auf Nicht-Verlesung der Anklage hatte das Gericht unter Vorsitz von Richter Mario Plein bereits verworfen. Zudem hatte das Landgericht den Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung ausgeweitet.

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrer Anklage die Zahl der mindestens 652 Verletzten aus prozessökonomischen Gründen auf 18 Fälle beschränkt. Das Gericht befand aber, dass auch sämtliche Verletzungen der Nebenkläger Teil der Anklage sind. Damit müssen sich nun einige Angeklagte wegen Körperverletzung in 50, die anderen in 33 Fällen verantworten.

Der Prozess findet aus Platzgründen im Kongresszentrum der Düsseldorfer Messe statt. Beim Loveparade-Unglück am 24. Juli 2010 waren im dichten Gedränge mehrerer 10.000 Menschen am einzigen Zu- und Abgang 21 Menschen erdrückt und mindestens 652 verletzt worden.

Den zehn Angeklagten wird in dem Verfahren fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen. Ihnen drohen bis zu fünf Jahre Haft. Die Anklage wirft ihnen schwere Planungsfehler vor, die zu einer rechtswidrigen Genehmigung des Techno-Musikspektakels geführt hätten. Sicherheitsrelevante Auflagen seien nicht beachtet und umgesetzt, die Einhaltung nicht kontrolliert worden.

Ende Juli 2020 verjähren die Vorwürfe. Das Landgericht hatte bis Dezember 2018 ursprünglich 111 Verhandlungstage angesetzt.

(dpa)
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