Loveparade-Prozess: Gericht berichtet über Rechtsgespräch

Loveparade-Prozess : Gericht berichtet über Rechtsgespräch

Im Loveparade-Prozess geht es am Donnerstag (13.00 Uhr) um die vom Gericht beabsichtigte Einstellung des Verfahrens. Der Vorsitzende Richter Mario Plein will zu Beginn des 97. Verhandlungstages die wesentlichen Inhalte eines sogenannten Rechtsgesprächs vom Vortag berichten.

Dabei hatten am Mittwoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit die Verteidiger, Staatsanwälte, Nebenklage-Anwälte und Richter über den weiteren Ablauf des Verfahrens gesprochen. Verfahrensbeteiligte berichteten anschließend übereinstimmend, dass das Landgericht Duisburg das Verfahren gegen alle zehn Angeklagten einstellen will. Der Prozess würde damit ohne Urteil beendet.

Die Staatsanwaltschaft habe deutlich gemacht, dass für sie nur eine Einstellung mit Geldauflage gegen die Angeklagten in Frage komme, hatten mehrere Anwälte berichtet. Die Verteidiger sprachen sich dagegen für eine Einstellung ohne Auflagen aus. Teilnehmer nannten die Gesprächsatmosphäre „sachlich“ und „professionell“. Eine Entscheidung wird erst in einigen Wochen erwartet.

Für sieben Angeklagte schlug das Gericht demnach wegen absehbar geringer Schuld eine Einstellung ohne Auflage vor. Dies gelte alle sechs städtischen Bediensteten und einen Mitarbeiter des Veranstalters Lopavent. Bei den anderen drei angeklagten Lopavent-Mitarbeitern habe das Gericht wegen deren Einbindung in die organisatorischen Abläufe am Veranstaltungstag nach vorläufiger Bewertung eine „mittlere“ Schuld gesehen und eine Einstellung gegen Auflage vorgeschlagen, sagte ein Verteidiger.

Bei der Loveparade am 24. Juli 2010 in Duisburg gab es am einzigen Zu- und Abgang zum Veranstaltungsgelände ein so großes Gedränge, dass 21 Menschen erdrückt und mindestens 652 verletzt wurden. Angeklagt sind sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg und vier des Veranstalters Lopavent.

(dpa)
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