Maastricht: Limburg: Immer mehr Läden auch sonntags auf

Maastricht: Limburg: Immer mehr Läden auch sonntags auf

Die Zukunft ist zum Teil schon in vollem Gange. Obwohl das neue niederländische Ladenöffnungsgesetz noch gar nicht in Kraft ist, preschen die ersten Händler bereits vor und öffnen ihre Geschäfte neuerdings auch regelmäßig sonntags, berichtet das limburgische Blatt „Zondag nieuws“.

In Maastricht gilt demnach die neue Regelung seit 1. April (Ostermontag), in Roermond und Venlo ist der Sonntag schon länger kein Ruhetag mehr, Sittard-Geleen und Heerlen wollen demnächst auch mitmachen.

Doch nicht alle sind begeistert von der Lockerung der Öffnungszeiten. Vor allem den Inhabern kleiner Geschäfte verhagelt die neue Regelung den oft einzigen freien Tag in der Woche.

Auch in Heerlen und Sittard-Geleen könnten demnächst jeden Sonntag die Ladentüren aufgehen. Während in Sittard-Geleen die entsprechende Ratsvorlage laut „Zondag“ schon beschlussfertig ist, zeichnet sich unter den Geschäftsleuten in Heerlen eher Widerwillen gegen den zusätzlichen Arbeitstag ab. Andererseits möchte man der Konkurrenz in Maastricht nicht so ohne weiteres das Feld überlassen, und so könnte die Diskussion in den nächsten Wochen spannend werden. Auch hier soll das Thema Ende des Monats im Stadtrat behandelt werden.

Mit ihrem Widerstand sind die „kleinen“ Geschäftsinhaber nicht alleine. Auch der christdemokratischen CDA ist die Störung der Sonntagsruhe ein Dorn im Auge. Immerhin stand am Ende in Maastricht ein Kompromiss: Der verkaufsoffene Sonntag soll nach Ablauf von zwei Jahren noch einmal auf den Prüfstand, zudem sollen im Einzelhandel 30 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Außerdem gibt es an jedem Sonntag ein kulturelles Rahmenprogramm.

Auch die landesweit agierende Stiftung gegen die Ausweitung der verkaufsoffenen Sonntage („Stichting Tegen Verruiming Koopzondagen“/TVK) kämpft wacker für den freien Sonntag. Dass sich Heerlen und Sittard-Geleen mit dem Thema befassen, nachdem bei der Konkurrenz in Maastricht alle Dämme gebrochen sind, überrascht den Vorsitzenden, Henry Konijn, nicht: „Wenn Maastricht das nicht gemacht hätte, wäre das auch in Heerlen und Sittard-Geleen kein Thema“, wird er zitiert.

Jetzt verfolgt er gespannt die Umfrage unter den Geschäftsleuten in den beiden Städten. Landesweit seien etwa 80 Prozent der Geschäftsleute gegen den regelmäßigen offenen Sonntag. Falls in Heerlen und Sittard-Geleen die neue Regelung gegen den Willen der Geschäftsleute durchgedrückt werde, kündigte er rechtliche Schritte an. In Maas­tricht habe ein solcher Schritt wenig Aussicht auf Erfolg, da die Stadt vom Tourismus geprägt sei. Und für solche Kommunen gelten andere Spielregeln.

Riskanter Alleingang

In Tilburg war die TVK dagegen laut „Zondag“ vor Gericht erfolgreich. Auch hier hatte die Gemeinde den verkaufsoffenen Sonntag eingeführt, doch die Richter befanden, dass dieser Schritt mit Verweis auf touristische Aspekte nicht zu begründen sei. Weil man in Tilburg aber davon ausgeht, dass das neue Ladenöffnungsgesetz von der Ersten Kammer des Parlamentes bestätigt wird, plant man dort weiter mit verkaufsoffenen Sonntagen. Nicht ganz ungefährlich, findet Konijn. Wenn die Erste Kammer im Mai das Gesetz nicht beschließe, hätten Städte und Händler durch den Alleingang fast ihr gesamtes Zwölf-Tage-Kontingent verpulvert und für den Rest des Jahres keine offenen Sonntage mehr zur Verfügung.

(red)