Köln: Leichenteile am Kölner Rheinufer: Polizei nimmt Verdächtigen fest

Köln : Leichenteile am Kölner Rheinufer: Polizei nimmt Verdächtigen fest

Rund eineinhalb Jahre nach dem Fund von Leichenteilen in einem Plastiksack am Kölner Rheinufer hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Hintergrund des lange unaufgeklärten Falls soll ein Streit unter Köchen in einem chinesischen Restaurant gewesen sein, wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte.

Bei dem Tatverdächtigen handele es sich um einen 36 Jahre alten Chinesen. Er sitze in Untersuchungshaft, bestreite aber die Vorwürfe. Der Tatverdächtige und das 28-jährige Opfer arbeiteten gemeinsam in einem Chinarestaurant in der Kölner Innenstadt. Dort war der 28-Jährige nach einem Streit mit seinem Arbeitskollegen Anfang Juli 2016 plötzlich nicht mehr zur Arbeit erschienen.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Verdächtige seinen Kollegen in der Nacht vor dessen Verschwinden getötet und den Leichnam anschließend beseitigt hat. Dem gemeinsamen Arbeitgeber habe er am nächsten Morgen erzählt, dass sein Kontrahent nach einer Auseinandersetzung abgereist sei, um in einer anderen deutschen Stadt neu anzufangen. Die Festnahme erfolgte bereits am 26. Januar 2018.

Kinder fanden Leichenteile

Am 13. Juli 2016 hatten spielende Kinder die in einen Plastiksack eingepackte, kopflose Leiche am linken Rheinufer in Höhe der Zoobrücke gefunden. Eine Identifizierung war zunächst nicht möglich. Nachdem Schulkinder am 11. Mai 2017 in einem Waldstück in Köln-Vogelsang den Schädel und weitere Knochen entdeckt hatten, gaben aufwändige rechtsmedizinische Untersuchungen die asiatische Herkunft des Mannes preis.

Die abschließende Identifizierung des Opfers steht noch aus. Seine mutmaßlichen Eltern haben in China eine Speichelprobe abgegeben, um einen DNA-Abgleich zu ermöglichen. Die Polizei Köln hat die chinesischen Behörden um die Übersendung der Proben ersucht. Diese sind bislang noch nicht in Köln eingetroffen.

(dpa/pol)
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