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„Es war mir eine Ehre“: Laschet verabschiedet sich vom NRW-Landtag

„Es war mir eine Ehre“ : Laschet verabschiedet sich vom NRW-Landtag

Nach mehr als vier Jahren als Ministerpräsident des bevölkerungsreichsten Bundeslands hat Armin Laschet seine Abschiedsrede vor dem Düsseldorfer Landtag gehalten.

Der frühere nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat in seiner Abschiedsrede vor dem Düsseldorfer Landtag Gemeinsamkeit der Demokraten angemahnt. Auch in der Opposition dürfe man „nicht der Versuchung erliegen, Hass und Ressentiments zu schüren“, sagte der 60-jährige neue Bundestagsabgeordnete am Mittwoch in einer Sondersitzung des Landesparlaments.

Das Gleiche gelte für die Regierung. Wahrscheinlich habe keine Regierung so viel Macht gehabt wie während der Corona-Pandemie, sagte Laschet. Darüber dürfe niemand „in Allmachtsfantasien verfallen“, mahnte er. Grundrechtseingriffe seien so schnell wie möglich zurückzunehmen. „Auch das ist wichtig: Maß und Mitte“. Was außerhalb Nordrhein-Westfalens möglicherweise als Zaudern gewertet werde, sei hier Tradition: mit Macht verantwortungsvoll umzugehen. „Wir sind im Einklang mit der Verfassung durch diese Pandemie gekommen“, betonte der CDU-Vorsitzende und Kanzlerkandidat der Union bei der Bundestagswahl.

Laschet war über vier Jahre lang Ministerpräsident des bevölkerungsreichsten Bundeslands. Seit Dienstag ist er Bundestagsabgeordneter. Am Mittag wurde der bisherige Landesverkehrsminister Hendrik Wüst (46) in der Sondersitzung des Landesparlaments als sein Nachfolger gewählt.

Zum Schluss seiner Rede sagte Laschet: „Es war mir eine Freude. Es war mir eine Ehre. Glückauf für unser Land Nordrhein-Westfalen.“

Landtagspräsident André Kuper zitierte zu Beginn seiner Rede den Dichter Hermann Hesse mit den Worten: „Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.“ Laschets Leben zeige, dass er stets bereit zu Aufbruch und Neubeginn gewesen sei. Der Unionskanzlerkandidat hatte sich schon vor der Bundestagswahl festgelegt, dass er auch im Falle eines Scheiterns nicht an seinen Ämtern in NRW festhalten werde.

Kuper erinnerte an Laschets politische Stationen – vom Stadtrat in dessen Heimatstadt Aachen über das Europäische Parlament, frühere Bundestagsjahre bis hin zum Regierungschef des größten Bundeslands. „Sie kennen das Leben in der Opposition wie in der Regierung, das Leben eines Ministers wie das des Ministerpräsidenten“, sagte der Präsident.

Laschet habe mit seinem schwarz-gelben Kabinett hinter sich sowohl während der Coronavirus-Pandemie als auch während der Flutkatastrophe zügig gehandelt, den Weg für Hilfen bereitet und in vielen persönlichen Begegnungen Anteil genommen. Als Ministerpräsident habe Laschet den Ausstieg aus der Steinkohle politisch begleitet und „keinen Zweifel an der unverbrüchlichen Solidarität unseres Landes gegenüber Israel gelassen“.

Kuper lobte Laschets „vermittelnde Art, Menschen mit unterschiedlichen Positionen zusammenzuführen“. Diese Fähigkeit werde er nun an anderen Stellen einsetzen können. „Denn Kompromisse zu finden, ohne den eigenen Kompass zu verlieren, das hast Du verstanden; das zeichnet Dich neben vielem anderen aus.“

Nach dem lyrischen Einstieg wolle er Laschet zum Schluss nur eine wohl bekannte Ansage aus dem Navigationssystem zurufen: „Die Route wird neu berechnet.“

(dpa)