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Laschet sieht keinen Anlass für schnelles Ende des Lockdowns

Kein Anlass für Lockdown-Ende : Laschet rechnet mit Fortsetzung des Lockdowns

Angesichts der Rekordzahl von über 1000 Toten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet die Menschen auf eine Verlängerung des Lockdowns vorbereitet.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) rechnet mit einer Verlängerung des Lockdowns. „Die Erwartung, dass nächste Woche alles zu Ende ist mit dem Lockdown, die muss man - glaube ich - den Menschen nehmen. Wir werden noch eine längere Zeit durchhalten müssen“, sagte Laschet am Mittwoch in Düsseldorf.

„Die Todeszahlen haben heute einen absoluten Höhepunkt erreicht. Unter dem Gesichtspunkt halte ich es geradezu für ausgeschlossen, dass wir in wenigen Tagen Zahlen hätten, die etwas anderes ermöglichen als eine Verlängerung des Lockdowns“, so Laschet. „Meine Erwartung: Der Lockdown wird noch weitergehen. Die Krankenhäuser sind an der Grenze der Belastbarkeit.“

„Wir müssen die Todeszahlen weiter herunterbringen“, sagte Laschet. Die Sterblichkeitsrate sei in anderen Regionen Deutschlands wesentlich höher als in Nordrhein-Westfalen.

Auch Politiker der oppositionellen Parteien SPD und Grüne betonten, dass sie kein baldiges Lockdown-Ende erwarteten. „Ich kann mir aktuell nicht vorstellen, dass wir am 11. Januar einfach wieder zu normalen Verhältnissen zurückkehren“, sagte SPD-Landtagsfraktionschef Thomas Kutschaty der „WAZ“ (Donnerstag). Die Chefin der NRW-Grünen, Mona Neubaur, sagte dem Blatt: „So bedauerlich es ist, werden wir um eine Verlängerung der Schutzmaßnahmen nicht herumkommen.“

Ministerpräsident Laschet richtete mit Blick auf Silvester einen Appell an die Bevölkerung: „Zu Hause bleiben, auf keinen Fall Partys machen. Wir werden so viele Polizisten wie noch nie in einer Silvesternacht bereithalten. Wer die Regeln bricht, wird staatliche Sanktionen spüren. Es geht um Leben und Tod, da ist für Silvesterspaß kein Raum.“

Zugleich lobte Laschet das Verhalten der Menschen über die Weihnachtsfeiertage: „Mein Eindruck ist, dass sehr viele Menschen sich über Weihnachten an die Regeln gehalten haben, dass es viel weniger Mobilität gab.“

Zuvor hatte der Ministerpräsident am Mittwoch die in sechs Monaten errichtete zusätzliche Intensivstation für Covid-19-Patienten an der Düsseldorfer Uniklinik besucht.

„Man wird demütig, wenn man die Menschen sieht, die dort liegen und um ihr Leben ringen - Menschen jeden Alters“, sagte er. Demütig werde man auch vor dem Einsatz der Ärzte und Pfleger, die dort unter Hochdruck arbeiteten.

„Sie haben mir einen dringlichen Wunsch geschildert: Beim Impfen entgegen der bisherigen Planung bald berücksichtigt zu werden. Die Menschen, die jeden Tag mit Covid-Patienten zu tun haben, brauchen die Unterstützung“, sagte Laschet. „Der Gesundheitsminister wird alles unternehmen, dass noch im Januar Ärzte und Pfleger, die mit Covid-Patienten arbeiten, in der Priorisierung ganz nach oben rücken.“

Die zusätzliche neue Covid-Intensivstation war auf dem Gelände der Düsseldorfer Uni-Klinik innerhalb von sechs Monaten auf einem Parkplatz errichtet worden. „Wenn es drauf ankommt, ist Deutschland auch in der Lage, sehr schnell etwas zu bauen“, sagte Laschet.

(dpa)