Konsequenz nach Missbrauchsfällen : Landtag will Kinderschutzkommission einsetzen

Konsequenz nach Missbrauchsfällen : Landtag will Kinderschutzkommission einsetzen

Große Missbrauchsfälle in NRW wie Lügde oder zuletzt Bergisch Gladbach haben auch die Politik alarmiert. Kinder sollen künftig besser vor Gewalt geschützt werden. Eine neue Kommission soll Vorschläge erarbeiten.

Als Konsequenz aus zahlreichen Missbrauchsskandalen in Nordrhein-Westfalen will der Landtag am Freitag um 10 Uhr eine parlamentarische Kinderschutzkommission einsetzen. Dazu bringen CDU, FDP, SPD und Grüne einen gemeinsamen Antrag ein. Die Kommission soll konkrete Vorschläge für den besseren Schutz von Kindern erarbeiten und dem Parlament jährlich Bericht erstatten. Die Rechte der Kinder sollen damit auch politisch gestärkt werden.

Die Fraktionen verweisen darauf, dass der Schutz von Kindern in der NRW-Landesverfassung verankert sei. Dennoch stelle sich die Realität für viele Kinder anders dar. Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung gehe bundesweit von bis zu einer Million von sexuellem Missbrauch betroffenen Kindern und Jugendlichen aus.

„Nicht zuletzt die unfassbaren Missbrauchsvorfälle auf dem Campingplatz in Lügde stehen uns vor Augen“, heißt es in dem Antrag. Inzwischen arbeitet auch ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss Ermittlungspannen und Behördendefizite im Zusammenhang mit dem Fall Lügde auf. Ein neuer Missbrauchsfall in NRW mit Ausgangspunkt in Bergisch Gladbach hat ein noch größeres Ausmaß.

Die neue Kommission wird ein Unterausschuss des Ausschusses für Familie, Kinder und Jugend. Vorbild ist eine bereits 1988 eingesetzte Kinderkommission des Bundestages.

(dpa)