Köln/Bonn: Landschaftsverband deckt fränkische Siedlung bei Bonn auf

Köln/Bonn: Landschaftsverband deckt fränkische Siedlung bei Bonn auf

Archäologen des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) legen derzeit großflächig eine frühe fränkische Siedlung des sechsten und siebten Jahrhunderts frei.

Bei der rechtsrheinisch gelegenen Siedlungsanlage in der Nähe von Bonn handele es sich um den frühesten merowingischen Platz in der Köln-Bonner Bucht, teilte der LVR am Dienstag in Köln mit.

Der 2007 erstmals in Teilen ergrabene Fundplatz in Bonn-Bechlinghoven sei einer der seltenen archäologisch erfassten Siedlungen der Merowinger-Zeit im Rheinland, hieß es. Bislang seien die Überreste von 18 handwerklich genutzten Grubenhäusern und von zwei Wohngebäuden, sogenannten Langhäusern und Hofeinfriedungen, bekannt. In den Grubenhäusern wurden Spuren von Metall- und Knochenbearbeitung sowie Weberei gefunden.

Auf der rechten Rheinseite der Köln-Bonner Bucht entwickelte sich den Angaben nach ab dem sechsten Jahrhundert ein lokaler Siedlungsschwerpunkt, der zumindest bis ins siebte Jahrhundert nachweisbar ist. Die Merowinger waren das älteste bekannte Königsgeschlecht der Franken vom frühen fünften bis zur Mitte des achten Jahrhunderts. Sie wurden vom Geschlecht der Karolinger verdrängt. Nach ihnen wird die historische Epoche des Übergangs von der Spätantike zum frühen Mittelalter im gallisch-germanischen Raum Merowingerzeit benannt.

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