Düsseldorf: Landesverband Erneuerbare Energien kritisiert: NRW hinkt dennoch hinterher

Düsseldorf : Landesverband Erneuerbare Energien kritisiert: NRW hinkt dennoch hinterher

In NRW sind 2017 so viele neue Windanlagen gebaut worden wie nie. Der Ausbau von Solaranlagen kommt dagegen nur schleppend voran. Eine gemischte Bilanz für Strom aus Wind, Sonne oder Biomasse zog der Vorsitzende des Landesverbandes Erneuerbare Energien (LEE), Reiner Priggen, gestern. Eine kleine Bilanz:

Wind: Eine Rekordzahl von 312 Anlagen mit einer Leistung von 868 Megawatt wurde 2017 in NRW gebaut. Allerdings werde für 2018 aufgrund der verschärften Gesetze durch die neue Landesregierung ein Einbruch um 50 Prozent erwartet, sagte Priggen. So sollen Windräder künftig einen Mindestabstand von 1500 Metern zu Wohngebieten halten. Der Bau von Windanlagen brauche eine lange Vorlaufzeit. Priggen: „Wenn man da jetzt auf die Bremse tritt, hat das lange Auswirkungen.“

Sonne: 2017 kamen 11.500 Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 195 Megawatt hinzu — etwas mehr als 2016. In NRW gibt es 252.000 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 4600 Megawatt. Das Land müsste laut LEE sein Potenzial auf Dachflächen in Städten besser für Photovoltaik ausnutzen.

Bioenergie: 623 Biogasanlagen mit einer Leistung von 295 Megawatt decken den Strombedarf von mehr als 450.000 Haushalten. Verkannt wird laut LEE das Potenzial der Wärmepumpen, die aus der Umweltwärme im Erdreich, in der Luft oder im Wasser Heizwärme machen. NRW könnte den Wärmebedarf der Hälfte aller Haushalte mit Erdwärme decken.

(dpa)
Mehr von Aachener Nachrichten