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Wegen Corona-Epidemie: Landeskabinett berät über weitere Maßnahmen

Wegen Corona-Epidemie : Landeskabinett berät über weitere Maßnahmen

Landesweite Schulschließungen ja oder nein? Die NRW-Regierung könnte am Freitag eine Entscheidung dazu treffen. Das Landeskabinett will über weitere Maßnahmen sprechen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung will am Freitag über weitere Maßnahmen in der Corona-Krise beraten. Nach dpa-Informationen ist damit zu rechnen, dass auch über die Möglichkeit von Schul- und Kitaschließungen in NRW gesprochen wird. Das Landeskabinett werde über Konsequenzen der Beschlüsse von Bund und Ländern am Donnerstag in Berlin beraten, sagte ein Sprecher der NRW-Staatskanzlei auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Bund und Länder hatten sich am Donnerstag auf die Möglichkeit verständigt, regional mit Schließungen von Kitas, Schulen oder Hochschulen auf die Ausbreitung des Coronavirus zu reagieren, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten im Berliner Kanzleramt sagte. Bundesweite Schulschließungen sind in Deutschland vorerst weiterhin nicht geplant. Merkel kündigte zudem unter anderem weitere „umfassende“ Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft an.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte zuletzt keinen Anlass gesehen, Kitas, Schulen oder Universitäten landesweit zu schließen. Nach derzeitigem Stand sei das nicht erforderlich, bekräftigte er noch am Mittwoch.

Von weiteren Maßnahmen der Landesregierung gegen die Corona-Epidemie könnten auch viele Studenten in NRW betroffen sein. So wird etwa der Start des Sommersemesters an der Universität Köln verschoben. Das Semester soll statt am 1. April erst nach Ostern beginnen, wie ein Unisprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte. Zehntausende Studierende seien dort betroffen.

Über einen späteren Beginn des Sommersemesters wird aber auch NRW-weit nachgedacht. „Eine Verschiebung des Sommersemesters wie in Bayern und Baden-Württemberg ist eine denkbare Option, um die Ausbreitung des neuartigen Virus zu verlangsamen“, sagte der Sprecher des nordrhein-westfälischen Wissenschaftsministeriums, Jochen Mohr, dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Die Lage wird tagesaktuell bewertet. Wir sind im engen Austausch mit den Hochschulen“, betonte Mohr gegenüber der dpa.

Im besonders vom Coronavirus betroffenen Kreis Heinsberg war am Donnerstag eine weitere Patientin gestorben. Die 78-Jährige starb an den Folgen einer Lungenentzündung, wie der Kreis erklärte. Wo sich die Frau mit dem Virus angesteckt hatte, sei noch nicht bekannt, hieß es. Es handelt sich um den dritten bekannten Todesfall im Kreis Heinsberg und den vierten in Nordrhein-Westfalen.

Am Donnerstag stiegen die nachgewiesenen Erkrankungen mit dem Erreger Sars-CoV-2 im bevölkerungsreichsten Bundesland auf 1041, wie das Gesundheitsministerium berichtete (Stand: 16.30 Uhr). Am Mittwochnachmittag waren es 801 gemeldete Infektionen gewesen. Besonders betroffen bleibt der Kreis Heinsberg mit 483 registrierten Fällen.

(dpa)