Rechte Demos und Gegendemos: Kundgebungen gegen Rechtsaußen in mehreren Städten

Rechte Demos und Gegendemos : Kundgebungen gegen Rechtsaußen in mehreren Städten

Bei mehreren Kundgebungen in Köln, Dortmund und Gelsenkirchen haben Tausende Menschen am Wochenende ein Zeichen gegen Rechtsradikalismus gesetzt. Es kam aber auch zu Auseinandersetzungen mit rechten Gruppierungen.

Rund 12.000 Menschen forderten am Sonntag in Köln bei einer friedlichen Demonstration eine menschliche Flüchtlingspolitik als Zeichen gegen Rechts und Rassismus. Mehr als 120 Initiativen, Organisationen, Parteien, Wohlfahrtsverbände und die beiden Kirchen hatten zu der Kundgebung „Köln zeigt Haltung!“ aufgerufen. Auch Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker trat auf.

In Gelsenkirchen wurde bei einem Aufmarsch rechter Gruppierungen und der Gegendemonstration eines Aktionsbündnisses am Sonntag ein 65 Jahre alter Mann verletzt. Er habe vermutlich eine Flasche an den Kopf bekommen, sagte ein Polizeisprecher. Nach ersten Erkenntnissen gehörte der 65-Jährige wohl zu den Gegendemonstranten, die für mehr Toleranz und Demokratie protestierten. Die Polizei nannte Teilnehmerzahlen von rund 300 auf der Seite der Veranstaltung „Mütter gegen Gewalt/Patrioten NRW“ und etwa 2100 bei den Aktivisten eines Bündnisses aus verschiedenen Gruppen dagegen. „Insgesamt leitete die Polizei acht Strafverfahren ein und nahm zwei Personen in Gewahrsam“, hieß es am Abend.

Die beiden Veranstaltungen in der Gelsenkirchener Innenstadt verliefen in rund 150 Metern Abstand voneinander ansonsten weitgehend friedlich. Zu der Gegenkundgebung hatte ein Aktionsbündnis aus sieben Initiativen, Organisationen und Parteien aufgerufen. Die Stadtspitze hatte den Appell gegen rechte Hetze und Rassismus unterstützt.

Bei einer Ansprache des Dortmunder Oberbürgermeisters Ullrich Sierau (SPD) beim „Fest für Demokratie und Vielfalt“ hätten einige Rechtsextreme zunächst mit Schmährufen gepöbelt, teilte die Polizei Dortmund mit. Als die Beamten die Gruppe zurückdrängen wollten, wurden sie von einigen Rechten angegriffen. Neun Verdächtige wurden in Gewahrsam genommen, fünf Männer aus der Gruppe wurden unter anderem wegen versuchter Körperverletzung angezeigt. Ein Beamter wurde bei den Übergriffen leicht verletzt. Das Fest im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld ist ein Familienfest für Respekt, Toleranz und Verständigung.

(dpa)
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