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Neuer Anlauf: Künstler Günther Uecker erneut als Zeuge vor Gericht geladen

Neuer Anlauf : Künstler Günther Uecker erneut als Zeuge vor Gericht geladen

Zweiter Anlauf für den Prozess um ein angebliches Werk von Günther Uecker: Das Düsseldorfer Landgericht will klären, ob das „Sandbild” von 1986 original ist oder Fälschung.

Im Prozess um ein angebliches Werk von Günther Uecker soll der Nagel-Künstler an diesem Montag vor dem Landgericht Düsseldorf als Zeuge aussagen. Es ist der zweite Anlauf. Der 90-Jährige hatte beim ersten Verhandlungstermin vor einem Monat unentschuldigt gefehlt. Daraufhin war ein Ordnungsgeld in Höhe von 750 Euro gegen ihn verhängt worden.

Uecker soll sagen, ob es sich bei dem „Sandbild 1986 auf Büttenpapier“ um eine Fälschung handelt oder um ein Original. Anlass ist die Klage einer 56-jährigen Büroangestellten gegen einen Kunsthändler, der ihr das Bild verkauft hatte (Az.: 3 O 19/19).

Die Käuferin hält das Werk inzwischen für eine Fälschung und fordert 7500 Euro Anzahlung zurück. Der Kunsthändler dagegen beteuert, das Bild sei echt und weit mehr wert als die insgesamt vereinbarten 15 000 Euro.

Der älteste Sohn Ueckers, der das Lebenswerk seines Vaters verwaltet, hatte bereits attestiert, dass das „Sandbild“ kein echter Uecker sei. Jakob Uecker hatte vor einem Monat beim Prozess ebenfalls gefehlt, war aber entschuldigt: Er hing wegen der Corona-Pandemie in England in Quarantäne fest.

Uecker zählte mit Heinz Mack und Otto Piene zur berühmten Künstlergruppe Zero, die 1958 gegründet wurde. Die Künstler bemühten sich um einen Neuanfang, eine „Stunde Null“ für die Nachkriegskunst.

(dpa)