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Kriminalität-Statistik für NRW, Aachen, Düren und Heinsberg

Statistik : Kriminalität sinkt in NRW und steigt in der Region

Die Corona-Pandemie hat zu einer deutlichen Verschiebung der Straftaten in NRW geführt – und zu weniger Fällen insgesamt. Anders sieht das in der Städteregion Aachen und dem Kreis Heinsberg aus.

Städteregion Aachen

Die registrierte Kriminalität in der Städteregion Aachen ist im Jahr 2020 um mehr als 1000 Fälle oder 2,44 Prozent gestiegen, wie die Aachener Polizei am Montag mitteilte. Mehr Straftaten verzeichnete die Behörde bei Vergewaltigungen, Umweltdelikten und Cybercrime. Die Aufklärungsquote der insgesamt 45.556 Fälle lag bei 52,92 Prozent.

Aachen: Die Corona-Pandemie hat auch das Verhalten von Kriminellen in Aachen beeinflusst. Diese begehen ihre Straftaten immer seltener im öffentlichen Raum. Dafür werden andere Bereiche „lukrativer“ – zum Beispiel das Internet, wie die Kriminalitätsstatistik der Polizei Aachen zeigt.

Nordeifel: Auch in Monschau, Simmerath und Roetgen wird die „Verlagerung“ der Straftaten an einer höheren Zahl von Betrugs- und Computerdelikten deutlich.

Nordkreis (Alsdorf, Baesweiler, Herzogenrath und Würselen): Leicht angestiegen sind die Kriminalitätszahlen in Alsdorf, Baesweiler und Herzogenrath. Ein Rückgang wird bei den Gewaltdelikten verzeichnet, ein klarer Aufschwung indes bei den Betrugsdelikten. Im Jahr 2020 wurden auch mehr Fälle häuslicher Gewalt verzeichnet.

Eschweiler und Stolberg: Insgesamt gab es in Eschweiler und Stolberg weniger Straftaten. Allerdings verzeichnete die Polizei eine Verlagerung der Kriminalität von der Straße ins Internet.

Kreis Heinsberg

Für den Kreis Heinsberg hat die Polizei einen ähnlichen Trend wie in der Städteregion Aachen vorgestellt. Dort ist die Gesamtkriminalität im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Prozent auf 14.269 Fälle gestiegen. Die Aufklärungsquote sank von 54,78 Prozent auf 51,52 Prozent und liegt damit unter dem Landesdurchschnitt. Die Zahl der Wohnungseinbrüche fiel im Jahr 2020 mit 361 Fällen auf den niedrigsten Stand seit mehr als 20 Jahren.

Kreis Düren

Im Jahr 2020 nahmen die Gesamtfallzahlen im Kreis Düren im Vergleich zum Jahr 2019 um 657 Taten auf 15.691 Fälle ab, dem Tiefstwert mindestens seit 2000. Gleichzeitig erhöhte sich die Aufklärungsquote leicht auf 51,94 Prozent. Die größten Anteile an der Gesamtkriminalität stellten dabei Diebstahlsdelikte mit 38,54 Prozent dar.

Nordrhein-Westfalen

Die registrierte Kriminalität ist in Nordrhein-Westfalen im Coronavirus-Jahr 2020 leicht um ein Prozent gesunken. Mord und Totschlag (-9,7 Prozent) gingen zurück, Wohnungseinbrüche (-7,7 Prozent) und Straßenkriminalität (-2,3 Prozent) ebenso, wie NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Montag berichtete. Bereits 2019 hatte die Gesamtzahl der Straftaten ein 30-Jahres-Tief erreicht. 2020 sank sie auf 1,216 Millionen Euro. Die Corona-Pandemie dürfte zu einer deutlichen Verschiebung geführt haben.

Stark gestiegen ist die Computerkriminalität (+20,8 Prozent), auch Taschendiebstähle (+7,7), die häusliche Gewalt (+7,7 Prozent) und der Betrug an älteren Menschen (+37,7 Prozent) schnellten empor. In diesem Bereich winke inzwischen technische Abhilfe durch Filter, die betrügerische Anrufe erkennen und abblocken, sagte Reul.

Gestiegen ist unter anderem der Warenbetrug im Internet: So hätten Fälscher die große Nachfrage nach Gesundheitsartikeln ausgenutzt und in Online-Shops gefälschte Desinfektionsmittel, Masken, Tests, Testbescheinigungen und gefälschte Impfstoffe angeboten.

Dass es trotz Abstandsgeboten zu einem Anstieg der Taschendiebstähle kam, erklären die Ermittler dadurch, dass die Diebe die Tatorte gewechselt haben. Während 2000 Diebstähle weniger auf öffentlichen Plätzen registriert wurden, stiegen sie in den geöffneten Geschäften um 4000 Fälle an.

Verdoppelt haben sich die Fälle von Kinderpornografie (+102,5), was der intensiveren Aufklärung in diesem Bereich geschuldet sei. „Da passiert nicht mehr, wir finden nur mehr“, sagte Reul. „Wir haben 4,5 Petabyte an kinderpornografischem Material gesichert, das entspricht fast sieben Millionen CDs“, sagte Reul.

Inzwischen seien 45 Prozent der Verdächtigen in diesem Bereich minderjährig. Vielen sei nicht bewusst, dass es strafbar sei, kinderpornografische Dateien weiterzuschicken. Die Fälle von Kindesmissbrauch stiegen um 19,5 Prozent, die Zahl der Sexualstraftaten insgesamt um 30,1 Prozent.

Während die registrierte Rauschgiftkriminalität leicht sank (-1,3), stieg die Zahl der Drogentoten massiv an: um 109 Todesfälle oder 37 Prozent auf 401 Menschen. „Das ist eine Zahl, die uns dann doch schockiert“, sagte Reul.

Der Anteil der Ausländer an allen Straftaten sei mit 31,1 Prozent weiterhin überproportional hoch, so der Innenminister. In absoluten Zahlen sei die Zahl der durch Nichtdeutsche begangenen Straftaten aber gesunken, obwohl die Zahl der Ausländer in NRW gestiegen sei.

(jas/dpa)