Kothaufen im Landgericht: Angeklagter in Aachen aus dem Saal geführt

Anrüchiger Vorfall : Angeklagter leert Darm im Gerichtssaal

Im Jahr 1968 vollbrachte der Berliner Kommunarde Karl-Heinz Pawla eine ähnlich anrüchige Tat, wie sie sich am Freitagmorgen gegen 10.15 Uhr vor dem Aachener Schwurgericht ereignete.

Anders allerdings als bei dem präzise vor den Richtertisch des Moabiter Schöffengerichts gesetzten Kothaufen des damaligen Spaßguerilla der Kommune 1 ging es dem Gefangenen Andre J. (46) in Aachen kaum um derartig kräftige politische Statements.

Als der Vorsitzende Richter den angeklagten Andre J. wegen dessen fortdauernden Beleidigungen gegenüber Zeugen, dem Gericht und dem eigenen Verteidiger aus dem Prozess entfernen lassen wollte, hockte sich der als hochgefährlich eingestufte und deswegen an Händen und Füßen gefesselte Mann urplötzlich hin und verrichtet in der Ecke der Anklagebank blitzschnell seine Notdurft.

Die Justizbeamten schnappten sich den zurzeit in der JVA untergebrachten Angeklagten und brachten ihn trotz Protestrufen und Beschimpfungen schnellstens in den Keller zu den Vorführzellen. Der Prozess wurde sodann in einem anderen Saal fortgesetzt, da kurzfristig keine Reinigungskraft zu finden war.

Andre J. ist angeklagt wegen versuchten Mordes, begangen in der Forensik des Dürener Landeskrankenhauses.
Ein ausführlicher Bericht über den Prozess folgt.

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