Konstantin T.: Sperre für ehemaligen Donnerberg-Spieler nach Kopfstoß

Konstantin T. vor Amtsgericht : Die Folgen eines Spielabbruchs in der Bezirksliga

Selbst im Polizeibericht tauchte der Moment auf, in dem das Spitzenspiel in der Fußball-Bezirksliga zwischen der DJK FV Haaren und dem FSV Columbia Donnerberg vorzeitig zu Ende ging. Ein aufgeregter Zuschauer hatte auf der Wache telefonisch einen „Kopfschuss“ gemeldet, worauf eine Kolonne aus Streifen- und Krankenwagen die Platzanlage in Haaren in hohem Tempo ansteuerte.

In Wahrheit hatte es an diesem 12. April 2018 gegen 21.30 Uhr einen Kopfstoß gegeben. Donnerbergs Konstantin T. war in der Nachspielzeit nach einer Gelb-Roten Karte ausgerastet und hatte Schiedsrichter Marlon G. niedergestreckt - so berichteten es Zeugen. In einer ersten Vernehmung hatte der 33-Jährige von einem Unfall gesprochen, man sei unglücklich mit den Köpfen zusammengestoßen.

Die Partie wurde beim Stand von 3:1 für Gastgeber Haaren vom Spielleiter abgebrochen, der daraufhin eine Woche krankgeschrieben wurde. Marlon G. verzichtete allerdings darauf, auf zivilrechtlichem Weg ein Schmerzensgeld zu erstreiten.

Strafrechtlich hallte der Fall nach, nachdem die Polizei Anzeige erstattet hatte. Gegen Konstantin T. wurde ein Strafbefehl wegen vorsätzlicher Körperverletzung von 60 Tagessätzen à 15 Euro verhängt. Der Spieler legte Einspruch ein, so dass nun das Amtsgericht tagte. Das Verfahren wurde inzwischen vorläufig eingestellt, bestätigt ein Gerichtssprecher. Der Spieler muss 450 Euro an eine gemeinnützige Organisation überweisen – das ist die Auflage.

Sportrechtlich hatte die Aktion zunächst keine Konsequenzen für den Spieler, der umgehend von Columbia Donnerberg ausgeschlossen wurde. Das Verfahren vor dem Bezirkssportgericht wurde im letzten Sommer ausgesetzt, weil Konstantin T. tatsächlich keinem Verein mehr angehörte. Aber weil sich der Angreifer vor ein paar Wochen dem Kreisliga-C-Ligisten SV Falke Bergrath anschloss, hat ihn die Kammer nun gesperrt, bestätigte Sportrichter Thorsten Peters. Die Sperre endet vorläufig am 18. März, wird dann aber vermutlich verlängert. Zeitnah steht dann eine Verhandlung beim Sportgericht an, bei der die Geschehnisse aus dem letzten Frühjahr doch noch sportrechtlich eingestuft werden.

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