Köln: Koelnmesse verordnet sich Sparkurs

Köln: Koelnmesse verordnet sich Sparkurs

Mit einem strikten Sparkurs will die angeschlagene Koelnmesse mittelfristig wieder schwarze Zahlen schreiben. „Wir müssen die Koelnmesse intern konsolidieren, dürfen aber nicht unsere möglichen Wachstumsoptionen vernachlässigen.

Alles, was unsere Kundenservices und unsere internationalen Marketingmaßnahmen nicht unmittelbar einschränkt, wurde auf den Prüfstand gestellt”, erklärte Messe-Chef Gerald Böse am Donnerstag auf der Aufsichtsratssitzung des Unternehmens.

Obwohl das Geschäftsjahr 2009 das umsatz- und veranstaltungsstärkste der Unternehmensgeschichte war, wird der Messekonzern erneut kein positives Ergebnis schreiben. Ursachen sind nach Angaben von Böse insbesondere die hohe Mietbelastung für die neu gebauten Nordhallen, aber auch eine durch die aktuelle Wirtschaftskrise bedingte rückläufige Geschäftsentwicklung.

Deshalb soll die Konzernstruktur der Koelnmesse verschlankt werden. Zwei der inländischen Tochtergesellschaften werden in die GmbH integriert. Einzelne europäische Tochtergesellschaften werden in selbstständige Handelsvertretungen umgewandelt.

Auch innerhalb der Koelnmesse GmbH werden Strukturen abgebaut. So sinkt die Zahl der Geschäftsführer ab kommendem Jahr von fünf auf drei. Die Zahl der Ressorts wird reduziert, die thematische Zuordnung der Veranstaltungen zum Teil neu geordnet. Damit soll ein klareres Profil der Kernthemen erzielt werden.

Auch werden die Anteilseigner, darunter die Stadt Köln, um Unterstützung gebeten. Alle Maßnahmen zusammen sollen einen jährlichen positiven Effekt im zweistelligen Millionenbereich bringen.

Der neue Aufsichtsratsvorsitzende, Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD), sicherte der Messe die Unterstützung der Stadt zu: „Wir übernehmen Verantwortung für die Zukunft unseres wichtigsten Wirtschaftsförderungsinstruments.”

Die Koelnmesse generiert jährlich allein in Köln mehr als eine Milliarde Euro Umsatz und sichert 11.000 Vollzeitarbeitsplätze.