Köln: Kölner Zoo zeigt „Körperwelten - Die Anatomie der Tiere”

Köln: Kölner Zoo zeigt „Körperwelten - Die Anatomie der Tiere”

Es ist wahrscheinlich nicht besonders nett, über einen toten Affen zu schmunzeln. Und natürlich ist der 1,85 Meter große Flachlandgorilla „Artis” einer der postmortalen Stars der Ausstellung „Körperwelten - Die Anatomie der Tiere”, die ab Freitag im Kölner Zoo zu sehen ist.

Vor elf Jahren war der Silberrücken im Zoo von Hannover in einem Wassergraben ertrunken, anschließend wurde er wie die meisten der 20 Ganzkörperplastinate der beeindruckenden Tierschau in China präpariert.

So zeigt sich er mit freigelegten Muskeln und separat präparierten Innereien stolz den Kölner Ausstellungsbesuchern, denen aber nicht entging, dass „Artis” nicht in allen Körperregionen so prächtig entwickelt war. Das sorgte am Donnerstag für eine gewisse Heiterkeit bei den Besuchern.

Wieder Dickhäuter im alten Kölner Elefantenhaus

Die vom Anatom Gunther von Hagens konzipierte Schau sorgt dafür, dass das ehemalige Elefantenhaus des Kölner Zoos noch einmal seine frühere Bestimmung erlebt. Denn hier ist das wohl beeindruckendste Exponat, die plastinierte Elefantenkuh „Samba”, ausgestellt.

Mit einer Größe von 3,5 Metern und einer Länge von 6 Metern ist Samba das größte Lebewesen, das von Hagens mittels von ihm entwickelten Plastinationstechnik unvergänglich gemacht hat. Vier Tonnen Silikon und 40.000 Liter des Lösungsmittels Azeton waren für die Behandlung des 3,2 Tonnen-Koloss erforderlich, berichtete von Hagens Ehefrau, die Ausstellungskuratorin Angelina Whalley.

Ein Aufwand, der sich gelohnt hat: Schon die Begegnung mit „Samba” wird für viele Besucher den Besuch der 1.000 Quadratmeter-Präsentation rechtfertigen. Nicht minder eindringlich ist ein 5.10 Meter großer plastinierter Giraffenbulle, dessen lebende Artgenossen nur wenige Schritte entfernt durch ihr Gelände tollen.

Ergänzt wird die Schau durch zahlreiche Einzelpräparate von tierischen Organen, wobei manche der Kunststoff gegossenen Körperteile eben genau so aussehen wie das, was sie sind: Ein Stück Plastik. Lobenswert hingegen sind die reichlich bebilderten Texttafel, sie sind so formuliert, dass sie wohl schon von den meisten Grundschülern gut verstanden.

Zoodirektor beeindruckt von plastinierten Tieren

„Wir können die Wunderwelt der Natur so zeigen, wie es bislang kaum möglich war”, sagte Kuratorin Whalley in Köln. Es gehe darum, zu zeigen, dass alle Lebewesen sterblich seien. „Aber wir können so auch zeigen, wie gut sich manche Tiere auf ihre Lebensumwelt eingestellt haben.”

Zoodirektor Theo Pagel räumte ein, die Schau habe ihn „fast sprachlos” gemacht. Erstmal könne man Tieren im wahrsten Sinne des Wortes „unter die Haut gehen”. Beide betonten, dass die ausgestellten Tiere allesamt eines natürlichen Todes gestorben seien und von Zoos oder privaten Besitzern für die Plastination gespendet wurden.Initiator Gunther von Hagens war wegen seiner Parkinson-Erkrankung nicht nach Köln gekommen.

Köln ist nach Neunkirchen, Mannheim und Wien die vierte Station der Ausstellung, die nach Angaben der Veranstalter bislang von rund 300.000 Besuchern gesehen wurde. Der Kölner Zoo zeigt die Schau in seinem alten Elefantenhaus und der Mehrzweckhalle bis zum 30. September.Die Tickets für den Zoobesuch inklusive der „Körperwelten”-Schau kosten 21 Euro, Ermäßigungen sind möglich. Der Kölner Zoo ist täglich von 9 b bis 18 Uhr geöffnet.