Kölner Domdechant Robert Kleine fordert „Aufstand der Anständigen“

Nach Morddrohung : Kölner Domdechant fordert „Aufstand der Anständigen“

Nach der Morddrohung gegen die Oberbürgermeisterin von Köln, Henriette Reker, hat der Kölner Dom- und Stadtdechant Robert Kleine einen „Aufstand der Anständigen“ gefordert.

„Es muss einen Aufstand der Anständigen geben, um ein Zeichen zu setzen gegen den Hass“, sagte Kleine in einem Interview des Kölner Radiosenders „Domradio“. Die Polizei hatte am Mittwoch bestätigt, dass die Drohung gegen Reker nach dem Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke eingegangen war. Dass Bürgermeister um ihr Leben fürchten müssten und bedroht würden, „das erinnert an Zeiten, die ich längst überwunden glaubte“, sagte Kleine weiter.

Reker war 2015 im Oberbürgermeister-Wahlkampf von einem rechtsextremistischen Attentäter mit einem Messer in den Hals gestochen und lebensgefährlich verletzt worden. Die heute 62-Jährige lag mehrere Tage im künstlichen Koma.

Nach der Festnahme eines mutmaßlich rechtsextremistischen Tatverdächtigen im Mordfall Lübcke hatte die parteilose Politikerin zur Wachsamkeit aufgerufen. „Diese furchtbare Tat macht uns wieder einmal deutlich, dass die Feinde unserer offenen Gesellschaft keine Grenzen kennen“, sagte Reker vor einigen Tagen.

(dpa)
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