Kölner Dombaumeister: Wiederaufbau des Notre-Dame könnte Jahrzehnte dauern

Kölner Dombaumeister : Wiederaufbau des Notre-Dame könnte Jahrzehnte dauern

Nach dem Feuer in Notre-Dame rechnet der Kölner Dombaumeister Peter Füssenich mit einem jahrzehntelangen Wiederaufbau. „Jetzt zu spekulieren, wie lange der Wiederaufbau dauern und was er kosten wird, ist ein Blick in die Glaskugel“, sagte Füssenich am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

„Aber allein wenn man die Fernsehbilder gesehen hat, weiß man, dass es nicht nur Jahre sein werden, bis der letzte Schaden beseitigt ist, sondern dass es da um Jahrzehnte geht.“

Die nächsten Tage seien nun entscheidend, betonte der Experte. Die steinernen Deckengewölbe unterhalb des verbrannten Dachstuhls hätten sich mit Löschwasser vollgesogen. „Das hat dazu geführt, dass es zu einer Gewichtszunahme der überwölbten Decken um ein Vielfaches gekommen ist. Man wird die nächsten Tage abwarten müssen, ob die Gewölbe standhalten trotz dieses Gewichts.“

Die Zerstörung des Dachstuhls von Notre-Dame sei ein besonders großer Verlust, weil er überwiegend noch aus dem 13. Jahrhundert gestammt habe. Der Kölner Dom besitze einen Dachstuhl aus Eisen aus dem 19. Jahrhundert. „Im Vergleich zu einem hölzernen brennt der nicht direkt. Wenn aber ein großes Feuer auf ihn einwirkt, dann hat das auch Folgen. Dann verzieht sich so ein eiserner Dachstuhl.“

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat den Bürgern von Paris ihr Mitgefühl ausgesprochen. „Ich hoffe inständig, dass es den Feuerwehrkräften gelingt, das Schlimmste zu verhindern. Mein Mitgefühl gilt ganz Paris“, erklärte Reker am Montagabend.

In der weltberühmten Kathedrale war am Abend ein verheerendes Feuer ausgebrochen. Der kleine Spitzturm in der Mitte des Dachs brach zusammen. Aus den beiden großen Türmen der Kathedrale drang schwarzer Rauch. Die Pariser Feuerwehr war zuversichtlich, eine völlige Zerstörung der Kirche abwenden zu können. „Man kann annehmen, dass die Struktur von Notre-Dame gerettet und in ihrer Gesamtheit bewahrt ist“, sagte Feuerwehrchef Jean-Claude Gallet dem Sender BFMTV und anderen Medien.

(dpa)
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