Düsseldorf: Köln wird Millionenstadt: Düsseldorf rückt vor

Düsseldorf: Köln wird Millionenstadt: Düsseldorf rückt vor

Köln, größte Stadt Nordrhein-Westfalens, wird nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes im kommenden Jahr zur Millionenstadt aufsteigen. „Wir erwarten, dass Köln 2010 die Marke von einer Million Einwohner überschreitet”, sagte Behördensprecher Leo Krüll am Donnerstag auf dpa-Anfrage in Düsseldorf.

Auf den weiteren Plätzen wird die bisherige NRW-Städte- Rangfolge im kommenden Jahr laut Prognose kräftig durcheinandergewirbelt: So werde Düsseldorf die Ruhr-Metropolen Essen und Dortmund überholen und schon im kommenden Jahr zur zweitgrößten Stadt des Landes aufsteigen.

Köln hatte im Zuge von Eingemeindungen schon 1975 kurzzeitig mehr als eine Million Einwohner. Nachdem die Gemeinde Wesseling sich per Klage von Köln wieder losgesagt hatte, war die Domstadt aber wieder unter die Millionenmarke gesunken.

Die Statistiker haben zudem erhebliche Folgen des demografischen Wandels auf die Haushalte in NRW festgestellt: So werde Zahl der großen Privathaushalte mit vier oder mehr Menschen bis zum Jahr 2050 in Nordrhein-Westfalen um fast 30 Prozent sinken, wie eine Modellrechnung ergab. Insgesamt werde die Zahl der Haushalte um gut fünf Prozent auf 8,1 Millionen zurückgehen.

Regional sei die Entwicklung teilweise gegenläufig, sagte Behörden-Chef Hans-Josef Fischer. So könnten Köln und Düsseldorf bei der Zahl der Haushalte noch zulegen. Wenige Kilometer rheinabwärts in Duisburg werde die Zahl dagegen deutlich zurückgehen. Bei den Großstädten errechneten die Statistiker für Herne und Remscheid den größten Schwund.

Der Anteil der Ein-Personen-Haushalte werde landesweit von 38 auf 43 Prozent steigen. Der Trend sei eine „Vereinzelung in der Gesellschaft”, sagte Fischer. Die Entwicklung werde erhebliche Auswirkungen auf den Immobilienmarkt haben.

Der Wohlstand in Nordrhein-Westfalen wird künftig von immer weniger Menschen erwirtschaftet werden müssen, berichteten die Statistiker, die am Donnerstag auch ihr neues Statistisches Jahrbuch vorstellten. Während die erwerbsfähige Bevölkerung in den vergangenen Jahren noch zunahm, werde sie künftig schrumpfen. Je nach Szenario gehen die Statistiker von einem Rückgang von 16,7 bis 24,4 Prozent bis 2050 aus.