Köln/Düsseldorf: Knöllchen für Falschparker: Verkehrsbetriebe werden selbst aktiv

Köln/Düsseldorf : Knöllchen für Falschparker: Verkehrsbetriebe werden selbst aktiv

Falschparker, die Busse und Straßenbahnen in Innenstädten blockieren, kommen bislang häufig ohne Strafe davon. In Düsseldorf soll damit jetzt Schluss sein: Der Verkehrsdienst der Rheinbahn verteilt nun selbst Knöllchen. Gut eine Woche nach dem Start haben die Mitarbeiter mehr als 20 Autofahrern ein Ticket verpasst.

„Wir hoffen, dass vor allem das Parken in der zweiten Reihe aufhört”, sagt ein Rheinbahn-Sprecher. Auch in Köln und Dortmund sind die Verkehrsbetriebe bei dem Thema selbst aktiv geworden.

„Falschparker verursachen den größten Teil der externen Störungen im Betriebsablauf”, sagt ein Sprecher der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB). In Köln klemmten die Mitarbeiter Falschparkern deshalb schon seit längerem „Infozettel” mit Verweis an das Ordnungsamt hinter die Scheibenwischer. Dennoch sei die KVB in engem Austausch mit der Rheinbahn.

„Im Zweifel können wir von den Düsseldorfern lernen und unser System verfeinern”, meint der Sprecher. Auch die Essener Verkehrs-AG (EVAG) beobachtet das Düsseldorfer Projekt genau: „Wir werden hierzu mit dem Ordnungsamt der Stadt Essen Kontakt aufnehmen, um eine Umsetzung für Essen zu prüfen.”

Die Verkehrsbetriebe berufen sich bei ihrem Vorgehen auf das Recht der Dritt-Anzeige, wie der Leiter des Ordnungsamtes Düsseldorf, Michael Zimmermann, erläutert. Der Verkehrsdienst müsse die Situation sorgfältig dokumentieren und fotografieren. Dann leite er den Fall an das Ordnungsamt weiter, das den Fahrzeughalter anschreibe.

Die Rheinbahn hofft, dass auf diese Weise mehr Verkehrssünder zur Verantwortung gezogen werden. Denn bisher mussten die Rheinbahn-Mitarbeiter Politessen zur Hilfe rufen, die die Knöllchen verteilen durften. Doch bis zu deren Eintreffen hätten sich die Falschparker oft schon aus dem Staub gemacht, so dass sie nicht mehr belangt werden konnten, erläutert ein Rheinbahn-Sprecher.

Nach seiner Schätzung kommt es in Düsseldorf im Jahr zu rund 1100 Konflikten mit Falschparkern. Etwa 360 davon seien so gravierend, dass die Fahrzeuge abgeschleppt würden - die anderen Fälle seien für die Autofahrer bislang meist ohne Folgen geblieben. „Da geht es um Fahrzeughalter, die so unglücklich parken, dass sich Bus- und Bahnfahrer nur in Millimeterarbeit fortbewegen können.”

In Dortmund verteilen die Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe nach Angaben einer Sprecherin schon seit langem Knöllchen, wenn es um ordnungswidriges Parken in Bushaltebuchten geht. In allen anderen Fällen informiere man das Ordnungsamt.

In Duisburg und Bonn scheint die Lage hingegen entspannter zu sein. Die Stadtwerke Bonn Bus und Bahn (SWB) wollen beim altbewährten System bleiben. „Die Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt funktioniert gut”, sagt ein SWB-Sprecher. Die Notwendigkeit selbst Strafzettel zu verteilen, sehe man daher nicht. Bei der Duisburger Verkehrsgesellschaft AG (DVG) seien die Mitarbeiter nicht befugt Knöllchen zu verteilen, erklärt eine Sprecherin. Allerdings gebe es auch keine Notwendigkeit dafür: „Es kommt selten vor, dass wir so einen Fall haben.”

(dpa)