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Um sechs Stunden: Kitas können Betreuung wöchentlich mindern

Um sechs Stunden : Kitas können Betreuung wöchentlich mindern

Bei coronabedingten Personalengpässen sollen Kitas nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf den Betreuungsumfang mindern dürfen.

Dies sei „als ultima ratio“ um bis zu sechs Stunden wöchentlich möglich, heißt es in einem Entwurf zu „Kindertageseinrichtungen im Pandemiebetrieb“, der der dpa vorliegt. NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) will am Dienstag (12.30 Uhr) über Einzelheiten informieren.

Das Papier ist Ergebnis von Beratungen des Ministeriums mit den Kita-Träger der Kommunen und der Wohlfahrtsverbände. Nach dpa-Informationen ist dabei nicht in allen Punkten Konsens erzielt worden. Die Landesarbeitsgemeinschaft der Öffentlichen und Freien Wohlfahrtspflege hatte für bis zu zehn Stunden Reduzierung geworben.

Die Kita-Träger könnten freiwillig und im Einvernehmen mit den Eltern den individuellen Betreuungsumfang mindern, heißt es in dem Papier. Kindeswohl und Kinderschutz seien dabei zu berücksichtigen. Eine Abstimmung mit den Landesjugendämtern sei nicht erforderlich. Grundsätzlich werde an „Bildungs- und Betreuungsgarantie“ nicht gerüttelt.

Auch Gruppentrennungen seien möglich - ohne landesrechtliche Vorgaben. Die Entscheidung sollen die Kita-Träger gemeinsam mit den Beschäftigten treffen. Entlastung könne auch organisiert werden durch eine Anpassung der Öffnungszeiten und der Betreuung in den Randzeiten sowie Streichungen bei Ausflügen, Festen, besonderen Projekten und Weiterbildung.

Die Pandemie könne „in organisatorischer und personeller Hinsicht zu erheblichen Belastungen führen“, heißt es in dem Entwurf. Viele Erzieher blieben aus Infektionsschutzgründen auch mit milden Erkältungssymptomen zu Hause. Gleichzeitig müsse der Betrieb aufrechterhalten werden, da „die Kindertagesbetreuung für Kinder und ihre Familien unverzichtbar ist“. Das Konzept solle dafür Gestaltungsspielräume definieren.

(dpa)