Keine Frachtflugzeuge am Maastricht Aachen Airport ab 1. Januar 2019

Limburg zieht Anfrage zurück : Keine Frachtflugzeuge in Beek, 75 Millionen für Bierset

Schwere Frachtmaschinen, die rund um den Flughafen Beek den Protest von Anwohnern hervorgerufen hatten, dürfen ab 1. Januar 2019 nicht mehr auf dem Maastricht Aachen Airport starten und landen.

Allerdings ist diese überraschende Entwicklung nicht auf die Beschwerden unter anderem des Gastronomie- und Hotelverbandes zurückzuführen, sondern auf einen überraschenden Schachzug der Provinz Limburg, der Eigentümerin des Regionalflughafens.

Die hatte in der Vergangenheit viel Geld in die vergleichsweise kleine Anbindung an die Luftfahrt, mit nur einer einzigen Landebahn, gesteckt. Diese ist genau 2750 Meter lang, durfte aber zunächst laut ministerieller Genehmigung nur auf 2500 Metern benutzt werden – nicht zuletzt wegen der Lage in einem dicht besiedelten Gebiet. Die Provinz stellte vor Jahren einen Antrag, die gesamte Länge in Anspruch nehmen zu dürfen, was zu einer Duldung von höherer Stelle führte und auch dazu, dass seit einer Reihe von Monaten mehr und größere Flugzeuge starten und landen durften. Lärm und Abgase nahmen zu, zum Ärger der Betroffenen.

Die schlossen sich in verschiedenen Gruppierungen zusammen und organsierten den Widerstand. Ob dieser auch dazu geführt hat, dass nun ab Beginn nächsten Jahres nur noch die eingeschränkte Bahn, also besagte 2500 Meter, frequentiert werden dürfen, ist nicht verbürgt, wird aber immerhin auch als ein Grund von den Verantwortlichen der Provinz Limburg eingeräumt. Hauptsächlich habe man die Anfrage auf Nutzung der gesamten Länge in Den Haag zurückgezogen, weil möglicherweise unzutreffende, zumindest nicht mehr aktuelle Daten in den Prognosen bis 2024 eingesetzt worden seien, etwa von veralteten Flugzeugtypen, sagt Abgeordneter Joost van den Akker gegenüber niederländischen Medien. Die gesamte Genehmigungsprozedur, die bis zu eineinhalb Jahre dauern kann, muss nun von vorne beginnen.

Flughafenchef Jos Roeven ist natürlich nicht begeistert vom Gang der Dinge. Maastricht Aachen Airport ist nämlich auf Expansionskurs. So will man einen Teil des überbordenden Aufkommens aus Schiphol übernehmen, das Drehkreuz bei Amsterdam platzt nämlich aus allen Nähten. Roeven verweist laut der Tageszeitung „De Limburger“ darauf, dass schwere und laute Frachtmaschinen nur zwei bis drei Mal die Woche die gesamte Länge der Startbahn ausgenutzt hätten. Der Direktor fürchtet, dass neu gewonnene Kunden wie Saudia Cargo und Emirates Skycargo sich wieder zurückziehen und hofft darauf, dass das Genehmigungsverfahren schneller abgeschlossen wird und zum gewünschten Ergebnis führt: der Nutzung der gesamten Bahnlänge. Zunächst sollte die komplette Rollbahn noch bis Ende März zur Verfügung stehen, Infrastrukturministerin Cora von Nieuwenhuizen verfügte aber, dass schon zum Jahresende Schluss ist, was von Gegnern der Flughafenausbreitung mit Genugtuung verbucht wurde.

Anders stehen die Zeichen in Bierset bei Lüttich. Der dortige Regionalflughafen hat jetzt die endgültige Zusage des chinesischen Internetgiganten Alibaba bekommen. Der baut in Belgien auf 220.000 Quadratmetern sein Distributionszentrum für ganz Europa, das Anfang 2021 die ersten Sendungen verschicken soll. Investiert werden 75 Millionen Euro, insgesamt fast 3000 direkte und indirekte Arbeitsplätze sollen entstehen. Auch der Flughafen Beek war im Rennen um die Alibaba-Ansiedlung mit dabei, den Ausschlag für den belgischen Flughafen hat vor allem die Tatsache gegeben, dass bei Maastricht keine Nachtflüge erlaubt sind.

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