Studie: Kaum Angebote für wohnungslose Frauen in NRW

Studie: Kaum Angebote für wohnungslose Frauen in NRW

Für wohnungslose Frauen gibt es zu wenig Notübernachtungsstellen, Wohnhilfen und Beratungsangebote in Nordrhein-Westfalen.

Darauf deutet eine am Donnerstag vorgestellte Studie der Hochschule Düsseldorf für das Diakonische Werk Rheinland-Westfalen-Lippe hin.

Vor allem auf dem Land und in kleineren Städten gebe es kaum frauenspezifische Angebote, sagte der Vorstand des Diakonischen Werks, Christian Heine-Göttelmann. „Jede Frau in NRW sollte im Umkreis von 25 Kilometern ein auf sie zugeschnittenes Hilfsangebot finden“, forderte er. Mitte 2017 waren über 32.000 Menschen in NRW wohnungslos gemeldet - jeder dritte war weiblich. Die Tendenz ist insgesamt und speziell bei Frauen steigend.

Erstmals ließ der Landesverband in seinen rund 260 Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe jeweils 100 Betroffene und Mitarbeiter zum spezifischen Bedarf und zu Notlagen wohnungsloser Frauen befragen. Die zentralen Ergebnisse: 42 Prozent der Betroffenen gaben Erfahrungen mit Missbrauch und Gewalt an. Über die Hälfte litt unter psychischen Belastungen, Arbeitslosigkeit oder Schulden.

Wegen dieser spezifischen Erfahrungen und Notlagen plädierte eine große Mehrheit des Fachpersonals für Geschlechtertrennung bei Notübernachtungen, Wohnprojekten und Beratung. Die Regel sei allerdings eine gemeinschaftliche Unterbringung, sagte Heine-Göttelmann. Die über Zufallsstichproben erhobene empirische Studie sei zwar nicht repräsentativ, solle aber der Anfang sein für eine größere Studie mit mehreren Trägern.

(dpa)
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