Viersen/Kaarst: Kart-Bahn-Betreiber soll wegen tödlichen Unfalls 27.000 Euro zahlen

Viersen/Kaarst: Kart-Bahn-Betreiber soll wegen tödlichen Unfalls 27.000 Euro zahlen

Nach dem tödlichen Unfall eines Jungen auf einer Go-Kart-Bahn in Schwalmtal (Kreis Viersen) soll der Betreiber der Anlage eine Geldstrafe in Höhe von 27.000 Euro zahlen.

Das Amtsgericht Viersen verurteilte den Mann per Strafbefehl wegen fahrlässiger Tötung, wie eine Justizsprecherin am Mittwoch mitteilte. Ende September 2008 war auf der Kart-Bahn „Raderberg” in der Nähe der deutsch-niederländischen Grenze ein zehnjähriger Junge aus Kaarst (Rhein-Kreis Neuss) tödlich verunglückt.

Der Besitzer der Kart-Bahn habe es versäumt, die Strecke ausreichend zu sichern, sagte Justizsprecherin Sibylle Koch. Nach Angaben der Sprecherin hatte der Schüler in der dritten Kurve die Gewalt über sein Kart verloren und war in einen Reifenstapel gefahren. Der Junge durchbrach die Reifen und raste mit dem Kart einen kleinen Erdwall hinauf. Dann überschlug er sich mit dem Kart. Dabei zog er sich tödliche Verletzungen zu.

Laut den Ermittlungen hätte der Kart-Bahnbetreiber die Reifenstapel so absichern müssen, dass ein Durchbrechen der Begrenzung unmöglich gewesen wäre. Außerdem fehlte hinter den Reifenstapeln auch eine Sicherheitsbande. Deshalb hat sich der Mann aus Sicht des Gerichts wegen fahrlässiger Tötung schuldig gemacht.

Der verunglückte Junge hatte die Kart-Bahn zusammen mit seiner Mutter und Schulfreunden besucht. Die Bahn gilt als „Hausstrecke” des früheren Formel-1-Piloten Heinz-Harald Frentzen. Der Betreiber der Bahn kann gegen den Strafbefehl noch Widerspruch einlegen.

Mehr von Aachener Nachrichten