Schläge und ein Sexualdelikt: Karnevalisten in der Region feiern friedlich. Fast Alle.

Schläge und ein Sexualdelikt : Karnevalisten in der Region feiern friedlich. Fast Alle.

Weiberfastnacht bedeutet für Polizei und Rettungsdienste in den Karnevalshochburgen stets reichlich Arbeit. Die gute Nachricht: Größere Zwischenfälle blieben in diesem Jahr aus. In der Städteregion Aachen flogen allerdings hier und da Fäuste, etwa in Eschweiler.

Insgesamt 67 „typische Karnevalseinsätze“ zählte die Polizei von Fettdonnerstag 11.11 Uhr bis Freitagmorgen 6 Uhr in der Städteregion. Eine normale Anzahl, wie Polizeisprecher Paul Kemen bilanzierte. Daneben rückten die Beamten zu weiteren 240 Einsätzen aus, die nicht mit Karneval in Verbindung zu bringen, also „normales“ Tagesgeschäft waren.

In Aachen wurden keine Massenschlägereien oder andere Schwerpunkte polizeilichen Einschreitens gemeldet. Am Häufigsten, nämlich 22 Mal, ging es zu Rangeleien oder Körperverletzungen. In der Städteregion wurden Platzverweise gegen 25 Personen ausgesprochen, von denen wiederum 15 Personen aufgrund von Nichtbeachtung oder zur Verhinderung weiterer Straftaten in Gewahrsam genommen wurden. „Die Zellen der Aachener Polizei waren ausgelastet, so dass ein Mann eine Zelle bei der Polizei in Jülich kennenlernen durfte“, wie der Polizeisprecher berichtete.

Die meisten Einsätze seien ab den Nachmittagsstunden aufgelaufen, berichtete Kemen weiter, „als wie immer der Grundsatz ,Trinken Sie nur so viel, wie Sie vertragen und vertragen Sie sich beim Trinken!’ nicht beachtet“ worden sei. Ab etwa 19.30 Uhr ging es in Aachen zu wie an einem normalen Wochenende, die Feiernden hatten sich in organisierte Veranstaltungen zurückgezogen.

Schwerverletzte: Die Kriminalpolizei ermittelt

Ein Mann sei allerdings schwerverletzt gegen 0.50 Uhr in ein Aachener Krankenhaus eingeliefert worden. Angeblich stammten die Verletzungen von einer Auseinandersetzung zwei Stunden zuvor an einer Diskothek in der Liebigstraße. Die Kripo ermittelt.

Zu gleich mehreren Schlägereien kam es in Eschweiler ab den Nachmittagsstunden. Dabei musste die Polizei mit etlichen Einsatzkräften anrücken. Bei einer solchen Auseinandersetzung in der Grabenstraße wurde gegen 16.40 Uhr ein 28-jähriger Mann schwer verletzt. Ob seine Kopfverletzung jedoch tatsächlich von der Schlägerei stammt, war ungewiss.

Die Kripo hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht Zeugen, die die Auseinandersetzung vielleicht beobachtet haben. Neben dem Opfer, dem 28-jährigen Mann aus Eschweiler, sollen drei weitere Männer beteiligt gewesen sein. Nach der Tat flüchteten sie in Richtung Indestraße. Zeugen werden gebeten, sich bei der Kripo in Aachen unter Telefon 0241/9577-31101 oder 9577-34210 zu melden.

Im Kreis Düren zählte die Polizei 44 Einsätze mit Bezug zu Karneval - zehn weniger als im Vorjahr. Erfreulich sei auch, „dass keine Widerstände oder Übergriffe auf Rettungskräfte verzeichnet wurden“, wie ein Polizeisprecher sagte. Auch bei den Körperverletzungen ging die Zahl etwas zurück. Elf Körperverletzungen wurden (14 im Vorjahr).

Eine junge Frau und zwei junge Männer wurden in Düren in Gewahrsam genommen, nachdem sie einer 18-Jährigen aus Kreuzau unter Androhung von Gewalt 50 Euro gestohlen hatten. Die hinzugerufene Polizei konnte die bereits polizeibekannten Diebe in der Violengasse festnehmen und der Geschädigten ihr Geld zurückgeben. Alle drei hatten getrunken, die Frau hatte zudem Drogen dabei. Alle waren polizeibekannt.

Zu einer sexuellen Belästigung und versuchten sexuellen Nötigung kam es gegen 19 Uhr in der Arena in Düren. Eine 20 Jahre alte Frau wurde von einem Unbekannten in eine Toilettenkabine gedrängt und begrabscht. Die Kreuzauerin konnte sich losreißen. Eine Fahndung nach dem Täter, zu dem es keine genaue Beschreibung gab, blieb erfolglos.

Auch im Kreis Heinsberg verzeichnete die Polizei einen ruhigen Altweiberdonnerstag. Der schwerste Vorfall ereignete sich auf dem Bahnhofsgelände am Konrad-Adenauer-Platz in Erkelenz. Dort gerieten gegen 19 Uhr mehrere Gruppen in Streit, der schließlich mit körperlicher Gewalt ausgetragen wurde. Dabei sollen auch Knüppel und Messer eingesetzt worden sein. Nach ersten Feststellungen wurden zwei junge Männer offensichtlich durch Schnitte oberflächlich leicht verletzt. Im übrigen Kreisgebiet blieb es bei einigen Einsätzen wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung und Autofahren unter Alkohol.

25 Festnahmen in Köln

Ähnlich das Bild im restlichen Rheinland. „Es war weitestgehend friedlich“, sagte ein Polizeisprecher in Düsseldorf am Freitagmorgen. Größere Schlägereien etwa habe es am Abend und in der Nacht nicht gegeben.

Ein Polizeisprecher in Köln sagte: „Grundsätzlich sind wir mit dem Verlauf zufrieden.“ Bis zum Abend nahmen die Einsatzkräfte in der Domstadt demnach 25 Menschen in Gewahrsam. Zudem seien zwei Verdächtige im Alter von 23 und 31 Jahren nach exhibitionistischen Handlungen und sexuellen Belästigungen vorläufig festgenommen worden.

Die Düsseldorfer Feuerwehr sprach von rund 1000 Einsätzen an Weiberfastnacht. Das seien in etwa so viele wie im Vorjahr. Ein Karnevalist sei am Donnerstag so unglücklich gestürzt, dass er mit schweren Kopfverletzungen in eine Spezialklinik kam.

(dpa)
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