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Karneval: Närrisches Treiben sorgt für zahlreiche Einsätze

Polizei und Feuerwehr : Närrisches Treiben sorgt für zahlreiche Einsätze

Närrisches Treiben sorgte in Aachen, Köln und Düsseldorf für zahlreiche Einsätze. Hunderttausende Jecken feierten bis zum Rosenmontag. Die Aachener Polizei zieht eine positive Bilanz.

Hunderttausende Jecken haben an den Karnevalstagen die Einsatzkräfte in der Städteregion Aachen, Köln und Düsseldorf auf Trab gehalten.

Die Rosenmontagszüge in Aachen und Eschweiler verliefen laut Angaben der Polizei friedlich und ohne größere Störungen. Mit 61 karnevalsbezogenen Einsätzen zwischen 11 Uhr und Mitternacht zieht die Aachener Polizei eine sehr positive Bilanz. In den meisten Fällen mussten die Beamten wegen Körperverletzungen, Streitigkeiten und Schlägereien einschreiten. Auch für Sachbeschädigungen und randalierende Personen musste die Polizei ausrücken.

In Aachen waren kurz nach 13 Uhr Puffel und Kamelle, die aus einem Fenster in der Theaterstraße flogen, Grund für einen Polizeieinsatz. Jugendliche hatten sich einen Spaß daraus gemacht, die Feiernden mit klebrigem Essen zu bewerfen. Die Beamten redeten mit den Verursachern. Damit war die Sache aber auch schon erledigt.

Kurze Zeit später rastete eine 35-Jährige ohne nachvollziehbaren Anlass in der Wilhelmstraße aus. Wie Zeugen berichteten, schrie sie plötzlich herum und schlug gegen die vorbeifahrenden Karnevalswagen. Mehrere Ordner und Zuschauer konnten die offenbar stark alkoholisierte Frau von dem Fahrzeug wegziehen und bis zum Eintreffen der Polizei festhalten. Zwei Zeugen wurden dabei durch Schläge und Tritte leicht verletzt. Sie erwartet nun ein Strafverfahren.

Insgesamt gab es in Düsseldorf seit Donnerstag 2863 Einsätze, wie die Feuerwehr am Dienstagmorgen mitteilte. Da seien etwas mehr als im Vorjahr. Bei 2205 dieser Einsätze musste der Rettungsdienst ausrücken.

Der Dauerregen ließ die Narren in Köln teilweise zuhause bleiben: Es seien weniger Menschen auf den Straßen unterwegs gewesen, sagte ein Sprecher der Polizei am frühen Dienstagmorgen, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Die Rettungskräfte kamen in Köln am Rosenmontag etwas weniger zum Einsatz als im Vorjahr: Der Rettungsdienst sei zu 549 Einsätzen ausgerückt, 15 weniger als in 2019, hieß es in einer Mitteilung der Stadt vom Dienstagvormittag. Die Feuerwehr wurde den Angaben zufolge 58 Mal alarmiert. Es ging zumeist um Sturzverletzungen, Kreislaufprobleme oder übermäßigen Alkoholkonsum.

In Köln gab es in diesem Jahr nach einer ersten Bilanz außerdem deutlich weniger Anzeigen. Die Zahl sei auf 169 Anzeigen gesunken – nach 261 im Vorjahr, teilte die Kölner Polizei am Dienstag mit. Allerdings sei es für eine abschließende Bewertung noch zu früh, sagte ein Polizeisprecher, die Zahlen könnten sich noch durch später eingehende Anzeigen verändern.

Den vorläufigen Zahlen zufolge ermittelt die Kölner Polizei nach Rosenmontag in 54 Fällen wegen Körperverletzung, im Vorjahr waren es 66. Die Anzeigen wegen sexueller Belästigung reduzierten sich im Vergleich zu 2019 von 8 auf 3. Zu diesen Fällen gehört auch die vorläufige Festnahme eines 31-Jährigen. Er steht im Verdacht, eine 14-Jährige angefasst zu haben.

Die Anzeigen wegen Taschendiebstahls reduzierten sich laut Polizeiangaben von 41 auf 10. Zwei Männer im Alter von 16 und 28 Jahren nahm die Polizei gleich vor Ort fest. Sie sollen ein Smartphone gestohlen haben.

In Köln trübten dabei zwei schwere Unfälle die Stimmung: Eine 20-Jährige aus Dortmund kam bei einem Stadtbahnunfall ums Leben, und ein Mädchen blieb in einem Hotel mit seinem Fuß in einer Rolltreppe stecken und verletzte sich schwer. Die Unfälle hätten das fröhliche Treiben überschattet, sagte Kölns parteilose Oberbürgermeisterin Henriette Reker.

Der Zulauf zu den Zügen war ansonsten wie gewohnt groß. Das Comitee Düsseldorfer Carneval ging von einer Besucherzahl zwischen 600.000 und 700.000 aus. In Köln sprachen Festkomitee und Polizei von Hunderttausenden, die genaue Zahl könne man nicht schätzen.

Am Dienstag ging das närrische Treiben weiter. Nach dem Zwischenfall mit Dutzenden Verletzten bei dem Rosenmontagszug im hessischen Volkmarsen gab es in NRW weiterhin keine landesweite Absage von Karnevalsumzügen. Die Kreispolizeibehörden in Nordrhein-Westfalen seien auf den Vorfall hingewiesen und gebeten worden, ihn in die jeweilige Lagebeurteilung einzubeziehen, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums am Dienstag. Es sei zu prüfen, ob die Sicherheitsmaßnahmen für die Umzüge erhöht werden müssten.

Etwa in Mönchengladbach sollte der Veilchendienstagszug wie geplant stattfinden. Das Sicherheitskonzept solle nochmals angeschaut werden, sagte eine Polizeisprecherin. Aber: „Wir machen unseren Karneval“, betonte sie.

(dpa)