Heinsberg: Karl D. will seine Unschuld belegen

Heinsberg: Karl D. will seine Unschuld belegen

Der von Gerichtsgutachtern als gemeingefährlich eingestufte Sexualstraftäter Karl D., der nach seiner Haftentlassung vor über drei Monaten bei seinem Bruder in Heinsberg-Randerath lebt, arbeitet mit seiner Familie offenbar daran, die gerichtlich festgestellte Schuld zu widerlegen.

Dies behauptet jedenfalls sein Bruder Helmut gegenüber dieser Zeitung. Karl D. hatte wegen der Vergewaltigung zweier Mädchen 14 Jahre im Gefängnis gesessen. Im Rahmen gerichtlicher Auflagen wird Karl D. derzeit zweimal wöchentlich bei einem Aachener Psychiater behandelt.

Die Demonstranten, die jetzt schon seit über 100 Tagen eine Mahnwache vor seinem Haus abhalten, wird dies kaum beeindrucken. Ändern wird sich für sie allerdings auch nichts. „Dadurch, dass die sich alle so stur anstellen und uns so überrollt haben, kommt es gar nicht in Frage, dass ich meinen Bruder vor die Tür setze.”

Dennoch spielt Helmut D. offenbar mit dem Gedanken, sein Haus zu verkaufen und fortzuziehen. Die illusorische Summe von 1,2 Millionen Euro, die er noch vor Wochen hierfür öffentlichkeitswirksam gefordert hatte, hat sich relativiert.

„Wenn sie mir 200.000 Euro für Grundstück und Haus geben, können sie es haben”, sagt Helmut D., der nach seiner Frühverrentung vor neun Jahren von Neuss ins beschauliche Randerath gezogen war. Schließlich habe er ja Fenster, Türen und Elektrik erneuert.

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