1. Region

Kontaktverbot und Messe im Autokino: Karfreitag im Corona-Modus

Kontaktverbot und Messe im Autokino : Karfreitag im Corona-Modus

Ein Karfreitag mit Sonnenschein und im Zeichen der Corona-Pandemie: Der Ministerpräsident mahnt, die Kontaktregeln einzuhalten. Die Gläubigen mussten Gottesdienste online besuchen. Die Polizei testet Drohnen - auch um vor zu engen Kontakten zu warnen.

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen testet derzeit in zehn Behörden den Einsatz von Drohnen. In Düsseldorf und Dortmund wurden Drohnen zuletzt auch im Zuge der Corona-Krise gestartet, unter anderem, um Orte abzusuchen und Menschen an beliebten Sammelpunkten per Lautsprecher vor den gesundheitlichen Folgen zu warnen. Die Fluggeräte würden in verschiedenen Bereichen eingesetzt, sagte eine Sprecherin des Landesamts für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD). Pro Behörde sind je zwei Drohnen im Einsatz.

Wegen der Corona-Kontaktsperren konnten Christen den Karfreitag erstmals nicht gemeinsam in Kirchen feiern: Stattdessen wurden Gottesdienste im Internet gestreamt, einige wurden auch im Radio oder Fernsehen übertragen. In einem Autokino in Düsseldorf besuchten Gläubige bei strahlendem Sonnenschein einen ökumenischen Karfreitags-Gottesdienst.

Nach Angaben des Kinobetreibers kamen rund 900 Menschen in 400 Autos auf das Gelände an der Messe. Der Gottesdienst wurde über die Autoradios übertragen. Einige Besucher waren an dem sonnigen Tag im offenen Cabrio vorgefahren, andere hatten das Dachfenster ihres Fahrzeugs geöffnet. Am Karfreitag, einem der höchsten christlichen Feiertage, wird des Leidens und Sterbens von Jesus Christus gedacht.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) forderte mit Blick auf die Ostertage erneut eindringlich das Einhalten der Kontaktregeln gegen die Verbreitung des Virus. „Wir schützen und retten Leben mit unserem Verhalten und mit dem Einhalten des Kontaktverbots“, sagte er in einer am Freitag per Facebook verbreiteten Videobotschaft. Der Weg zurück in die Normalität werde bestimmt durch das Verhalten von heute. „Es gilt weitermachen, durchhalten, Abstand halten und zusammenhalten. Nordrhein-Westfalen kann das“, sagte er.

Unterdessen ist die Zahl der Infizierten und der nach einer Corona-Infektion wieder genesenen Personen in NRW angestiegen. Am Freitag (Stand 11.30 Uhr) meldete das NRW-Gesundheitsministerium insgesamt 11.700 Genesene - das waren 1209 mehr als am Vortag. Die Zahl der mit dem Erreger Sars-CoV-2 infizierten Menschen nahm zeitgleich um 1184 auf aktuell 24.499 bestätigte Fälle zu. Seit Beginn der Pandemie wurden am Karfreitag 502 Todesfälle im bevölkerungsreichsten Bundesland registriert, das waren 57 mehr als am Vortag. Am meisten betroffen ist Köln mit 1912 bestätigten Infektionen.

Nach Angaben der Düsseldorfer Polizei war eine der getesteten Drohnen unter anderem am Rhein, an einem Baggersee, einem Waldgebiet und der Einkaufsmeile Königsallee unterwegs. Bei allen Einsätzen habe man festgestellt, dass die Menschen sich an das Kontaktverbot gehalten hätten, sagte ein Polizeisprecher. Er betonte, dass die Kamera der Drohne nicht zur Identifizierung einzelner Menschen diene. „Es werden auch keine Bilder gespeichert.“ Es gehe nur um Übersichtsaufnahmen - vor allem bei schwer zu überblickenden Gebieten.

Die mit Lautsprechern ausgestatteten Drohnen wurden laut LZPD auch zu Durchsagen von Streifenwagen eingesetzt, um „über die Gesundheitsgefahren bei Nichteinhalten des Kontaktverbots“ zu informieren. „In Einzelfällen wurden Personengruppen an beliebten Treffpunkten über in den Drohnen verbaute Lautsprecher auf die geltende Rechtslage aufmerksam gemacht und so zum Verlassen der Plätze bewegt“, erklärte die Sprecherin. Ob die Drohnen auch am Osterwochenende eingesetzt werden, sei „lageabhängig“, hieß es in Düsseldorf und Dortmund.

Wegen der Corona-Pandemie stellt das Land 400.000 Euro für Futterkosten von Tierheimen und Gnadenhöfen in Nordrhein-Westfalen bereit. Jede Einrichtung könne einen einmaligen Zuschuss von bis zu 2000 Euro beantragen, teilte das NRW-Umweltministerium mit. Die Vermittlung von Tieren finde wegen Besuchsverboten kaum noch statt, erklärte Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU). Auch seien Spenden vielfach weggebrochen.

(dpa)