Aachen: Justizforum: Ohne Ärger in die eigenen vier Wände ziehen

Aachen: Justizforum: Ohne Ärger in die eigenen vier Wände ziehen

Vor dem Hintergrund des milden Winters, der niedrigen Zinsen und der steigenden Auftragslage rechnet die Bauwirtschaft für 2014 mit einem weiteren Boomjahr. Die Auftragslage sei so gut wie nach der Wiedervereinigung Anfang der 1990er Jahre, sagte jüngst Michael Knipper, Hauptgeschäftsführer des Hautverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB).

Diese Entwicklung nimmt unsere aktuelle Veranstaltung des Justizforums „Recht im Zentrum“ zum Anlass, das Baurecht unter dem Aspekt „Bauen ohne Überraschungen“ unter die Lupe zu nehmen.

Das Bauen beinhaltet auch immer einen nicht zu unterschätzenden Pool von Mängeln. Und die Mängel können überall lauern — auch hinter jedem Stein. Foto: dpa

Am Mittwoch, 19. März, 18 Uhr, werden sich im Justizzentrum Aachen Experten zu diesem facetten- und umfangreichen Thema äußern sowie für Fragen zur Verfügung stehen. Ein Landgerichtsvorsitzender, ein Notar, zwei Rechtsanwälte, ein Architekt und ein Bauunternehmer (siehe Info-Box) nehmen an der Veranstaltung teil.

Gesetzt den Fall, liebe Leserinnen und Leser, Sie gehören zu den Glücklichen, die sich den Traum vom Wohnungs- oder Hausbau oder auch -umbau erfüllen wollen und können, werden Sie sich vielfach Kommentare versteckten Mitleids wie „Warum tust Du Dir das denn an“ bis zu „Na, dann sind die Magengeschwüre ja schon vorprogrammiert“ anhören können.

Damit der Stressfaktor auf einem niedrig angesiedelten Niveau bleibt, ist ein glückliches Händchen bei der Wahl der Partner beim Bau von immenser Wichtigkeit. Von Beginn an kann alles perfekt laufen. Wer aber das Abenteuer eines Hausbaues bereits hinter sich hat, wird bestätigen, dass dies nur in Ausnahmen der Fall ist.

Pool von Mängeln

Das Bauen bietet einen nicht zu unterschätzenden Pool von Mängeln jeglicher Art. Von der fehlinterpretierten Bodenbeschaffenheit des Baugrundstückes bis zur Schornsteinabdeckung sind Fußangeln in allen Größenordnungen anzutreffen. Bauphysikalische Mängel, basierend auf fehleingeschätzten Kältebrücken oder ein-dringender Feuchtigkeit durch das Fundament, sind nur zwei kleine Teile des Schreckensszenarios, das hinter jedem verbauten Stein und jedem Zementsack lauern könnte.

Der Schadensabwehr beziehungsweise deren Behebung nicht auf Kosten des Bauherrn, sondern des ausführenden und somit verursachenden Unternehmens, haben sich diverse Berufsgruppen verschrieben, die einerseits bereits im Vorfeld diese Mängel aufgrund von Erfahrungswerten im Blick haben, aber auch, wenn der Schadensfall eingetreten ist, Hilfe und Rückhalt bieten.

Auch wenn bei allen Arbeiten nichts dem Zufall überlassen wurde und sich das beauftragte Bauunternehmen nach bestem Wissen mit der Erstellung eines Hauses befasst, bleibt für Rechtsanwälte, Bausachverständige und Gerichte ein weites Feld zu bearbeiten. Eine für den Laien nicht zu bewältigende Menge an Paragrafen und Kommentaren bilden hierfür die Basis.

Zur Regelung von „Zoff am Bau“ sind zuweilen sich jahrelang hinziehende Baustreitigkeiten möglich. In manchen Fällen sind sie kostenintensiver als herkömmliche Prozesse. Für den betroffenen Bauherrn, aber auch für das beauftragte Unternehmen, kann das im Härtefall der Ruin bedeuten.

Finanzielle Tragbarkeit

Es muss also durchaus nicht erst das Stadtarchiv in Köln einstürzen, um Rechtsanwälte, Gerichte, Sachverständige und Versicherungen auf Jahre hinaus zu beschäftigen.

Da es beim Hausbau und dem positiven Abschluss dieses Unterfangens nicht nur in erster Linie um den glücklichen Einzug in die eigenen vier Wände, sondern auch um die finanzielle Tragbarkeit der Beseitigung eventueller negativer Begleiterscheinungen geht, stehen den Beteiligten im Hinblick auf den Verbraucherschutz Notare mit dem Abschluss eines Bauträgervertrages zur Seite.

Damit also aus dem Traum des Bauens kein Alptraum wird oder dem Bauherrn der Schlaf vollends geraubt wird, weil die Nerven blank liegen, gilt es, nicht nur für gutes sondern auch für schlechtes Wetter zu planen.

Dabei ist zu bedenken, dass im Vorfeld investiertes Geld nicht für das Bauen fehlt, sondern für die Planungssicherheit bei einer langfristigen Anlage von großer Bedeutung ist.

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