Brandserie in der Eifel: Jugendlicher Brandstifter wegen versuchten Mordes vor Gericht

Brandserie in der Eifel : Jugendlicher Brandstifter wegen versuchten Mordes vor Gericht

Innerhalb von wenigen Monaten brannte es in der Eifel zehn Mal, unter anderem im Gymnasium Schleiden. Im Mai wurde ein Schüler festgenommen. Nun beginnt in Aachen sein Prozess – wegen versuchten Mordes.

Ein mutmaßlicher Serienbrandstifter aus Hellenthal muss sich ab dem 31. Oktober vor dem Aachener Landgericht unter anderem wegen versuchten Mordes verantworten. Er soll zwischen November 2018 und Mai 2019 sieben Brände gelegt haben. Der entstandene Sachschaden beträgt laut Aachener Staatsanwaltschaft mehrere Millionen Euro.

Nach seiner Festnahme am 4. Mai hatte der damals 15-Jährige gestanden, sieben Brände in Hellenthal und Schleiden gelegt zu haben, davon drei am Schleidener Sturmius-Gymnasium. Dort besuchte der Junge bis zu seiner Festnahme die neunte Klasse. Über das Motiv des 15-Jährigen sei nach seiner Vernehmung nichts bekannt geworden, hieß es damals. Die Ermittler schlossen nicht aus, dass der Jugendliche psychische Probleme haben könnte. Im Juli wurde er daher von einem Psychiater begutachtet.

Flucht mit dem Fahrrad

Dass die Aachener Staatsanwaltschaft nun Anklage gegen ihn erhoben hat, ist ein Indiz dafür, dass der Junge während der Brandstiftungen nun doch schuldfähig und nicht psychiatrisch beeinträchtigt war. Allerdings könnte diese Einschätzung auch nur eine vorläufige sein. Denn die Richter der 8. großen Jugendstrafkammer des Vorsitzenden Thomas Küpper könnten theoretisch auch zu einer anderen Einschätzung gelangen.

Die Polizei Euskirchen und die Aachener Staatsanwaltschaft hatten monatelang nach dem Brandstifter gesucht. Obwohl bei den Bränden am Gymnasium Fotos des Täters entstanden waren, konnte zunächst kein Verdächtiger ermittelt werden. Erst nach dem Anzünden eines Carports im Schleidener Stadtteil Oberhausen in der Nacht zum 4. Mai hatte ein Zeuge beobachtet, wie der mutmaßliche Täter mit einem Fahrrad flüchtete. Kurz darauf nahm die Polizei den damals 15-Jährigen nicht weit vom Tatort entfernt fest.

Die Polizei war davon ausgegangen, dass zehn Brände zur Serie zählten, doch der 15-Jährige hatte nach seiner Festnahme nur sieben Brandstiftungen gestanden.Insbesondere der Brand in einem Sägewerk in Schleiden-Harperscheid am 7. Februar, bei dem ein Sachschaden von etwa fünf Millionen Euro entstanden war, bleibt vorerst ungeklärt. Allerdings bestätigte die Euskirchener Polizei auf Anfrage unserer Zeitung am Dienstag, dass es nach der Festnahme des Jungen keine weiteren Brandstiftungen im Schleidener Tal gegeben habe.

Das Aachener Landgericht bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung am Dienstag lediglich den Beginn des Prozesses. Da der Angeklagte ein Jugendlicher ist, werden kaum weitere Auskünfte erteilt, der Prozess findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Bei welcher der sieben Brandstiftungen, die die Staatsanwaltschaft dem Jungen zur Last legt, es zu einem Mordversuch gekommen sein soll, bleibt der Öffentlichkeit daher bis zur Verkündung des Urteils unbekannt.

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