Jugendämter in der Region Aachen und NRW seltener aktiv

Weniger unbegleitete Minderjährige : Jugendämter in der Region und NRW seltener aktiv

Die Jugendämter in Nordrhein-Westfalen haben im vergangenen Jahr weniger Kinder und Jugendliche in Obhut genommen als 2017. Auch für die Städteregion Aachen und die Kreise Heinsberg und Düren bestätigt sich dieser Trend.

Der Rückgang von rund 16.000 Fällen auf 14.500 sei hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass die Zahl der nach NRW eingereisten unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge erneut deutlich abgenommen habe, teilte das Statistische Landesamt am Dienstag in Düsseldorf mit.

Demnach kamen im vergangenen Jahr 3257 minderjährige Flüchtlinge ohne erwachsene Begleiter nach NRW, fast 40 Prozent weniger als 2017 (5346). 2016 waren noch über 11.000 Minderjährige nach NRW gekommen. Sie alle werden zunächst obligatorisch vom zuständigen Jugendamt in Obhut genommen.

Neben der unbegleiteten Einreise waren Überforderung eines oder beider Elternteile (4450 Fälle) und Beziehungsprobleme der Eltern (1418) die häufigsten Gründe, weshalb die Ämter Kinder und Jugendliche zumindest vorübergehend aus ihren Familien nahmen.

Im Kreis Heinsberg liegt die Gesamtanzahl der Fälle erstmals seit dem Jahr 2014 wieder unter 100. Besonders häufig musste das Jugendamt dort bei Überforderung der Eltern eingreifen, nämlich 30 Mal. Im Kreis Düren sinkt die Anzahl der Fälle ebenfalls. Die Anzahl der unbegleiteten Minderjährigen aus dem Ausland ist von 104 Fällen im Jahr 2016 auf nur noch sieben Fälle im Jahr 2018 gefallen, mit 32 Fällen lag die Überforderung der Eltern also auch im Kreis Düren an erster Stelle.

Auch in der Städteregion Aachen erreichen weniger unbegleitete Einreisende das Jugendamt, jedoch sind es immer noch 404 Fälle. Von den insgesamt 849 Schutzmaßnahmen in der Städteregion macht das den größten Anteil aus. Weniger häufig wurde das Jugendamt wegen Überforderung der Eltern (141) oder Beziehungsproblemen der Eltern (84) aktiv.

(jas/dpa)
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